Beim Sellita SW1000-1 lohnt sich der Blick auf den Zusatz a oder b. Der Herstellerkatalog unterscheidet eine Ausführung mit Datum und eine ohne Datum. [1] Wer nur den Familiennamen übernimmt, kann deshalb bereits bei Kalender und Steinzahl die falsche Variante beschreiben.
Dieses Profil wertet den Sellita-Katalog 2026–2027 aus. Es liegt kein eigener Uhrentest vor. Die Angaben beschreiben die dokumentierte Konstruktion; sie bestätigen nicht, welches Werk in einer bestimmten angebotenen Uhr steckt.
SW1000-1: acht Angaben aus dem Katalog
| Merkmal | Angabe und Geltungsbereich |
|---|---|
| Aufzug | Automatik mit Kugellager; Handaufzug |
| Zeiger | Stunde, Minute und zentrale Sekunde |
| Passungsdurchmesser | 20,00 mm; Nenngröße 9 Linien |
| Äußere Kontur in der Zeichnung | 20,60 mm; gezeigt für die Ausführung a |
| Werkhöhe | 3,90 mm |
| Frequenz | 28.800 Halbschwingungen/h; 4 Hz |
| Zeiteinstellung | Sekundenstopp |
| Gangreserve | Typisch 46 Stunden |
a und b: drei Unterschiede, die im Angebot stehen sollten
| Merkmal | SW1000-1 a | SW1000-1 b |
|---|---|---|
| Kalender | Datum mit Schnellkorrektur | Kein Datum |
| Lagersteine | 18 | 16 |
| Kronenfunktionen im Katalog | Handaufzug, Datum, Zeiteinstellung | Handaufzug, Zeiteinstellung |
Praktisch bedeutet das: Auf die Frage nach dem Kaliber sollte eine möglichst vollständige Bezeichnung folgen. Ein fehlendes Datumsfenster allein ist noch kein hinreichender Beleg für den Werkzusatz. Hilfreich sind eine zur Uhrenreferenz passende Herstellerangabe und, falls vorhanden, eine dokumentierte Werkidentifikation durch die Werkstatt.
Die unterschiedliche Anzahl der Steine im Uhrwerk ist hier zunächst ein Merkmal der jeweiligen Variante. Aus der größeren Zahl lässt sich kein besseres Ergebnis im Alltagstest ableiten. Für einen Vergleich sollten erst Funktion und Ausführung zugeordnet werden.
20,00 oder 20,60 mm: zwei Bezugskonturen, kein Widerspruch
Ein Vergleich wird ungenau, wenn ein Angebot den Passungsdurchmesser nennt und ein anderes die äußere Kontur der Zeichnung. Beide Zahlen sollten mit ihrer Bedeutung abgeschrieben werden. Dasselbe gilt für die Höhe: Die Werkhöhe beantwortet nicht, wie hoch eine fertige Uhr am Arm baut.
Die Leitfäden Uhrwerk-Datenblatt lesen und Uhrenmaße richtig lesen helfen, diese Größen zuzuordnen. Auch das kompakte ETA 2671 hat ein eigenes Profil. Die Zugehörigkeit zu einer ähnlichen Größenklasse belegt weder gleiche Einbaumaße noch Austauschbarkeit.
Bedienung und Messung: was der Katalog offenlässt
Der Katalog nennt Kronenfunktionen, liefert aber keine vollständige Anleitung für jede Uhr, die dieses Werk verwendet. Vor einer Kalenderkorrektur müssen die passende Uhrenanleitung und die Tag-/Nachtstellung geklärt sein. Hier wird deshalb kein Zeitfenster einer fremden Kaliberfamilie übernommen.
Der Sekundenstopp ist eine Funktion zum Stellen. Eine Aussage zur Ganggenauigkeit folgt daraus nicht. Ebenso ist die typische Laufzeit aus der Tabelle kein für jedes Exemplar bestätigter Mindestwert. Für einen eigenen Versuch nach dem Leitfaden Gangreserve messen sind Startzustand, weiterer Aufzug und Zeitpunkt des Stillstands festzuhalten.
Für eine konkrete Zeitwaagenbewertung fehlen in diesem Katalogprofil ein zugeordneter Hebewinkel und ausführungsspezifische Abnahmebedingungen. Diese Angaben bleiben offen, bis die passende technische Unterlage vorliegt. Bei den Qualitätsstufen von Uhrwerken zählt der Nachweis zur tatsächlichen Ausführung, nicht eine Vermutung aus dem Kalibernamen.
Vier Belege für die Prüfung eines Angebots
| Prüffrage | Sinnvoller Beleg oder nächster Schritt |
|---|---|
| Welche Variante ist gemeint? | Zusatz a oder b und Uhrenreferenz gemeinsam dokumentieren. |
| Welche Maße werden verglichen? | Passungsmaß, Außenkontur und Gehäusemaß getrennt benennen. |
| Was sagt die Laufzeitangabe aus? | Quelle und Bezeichnung des Referenzwerts neben die eigene Beobachtung schreiben. |
| Ist der Zustand des Exemplars bekannt? | Messbedingungen, Wartungsnachweis und noch offene Fragen festhalten. |
Das Uhren-Prüfprotokoll kann diese Belege zusammenführen. Ein ausgefülltes Feld sollte erkennen lassen, ob es eine Herstellerangabe, eine Händlerbehauptung oder eine eigene Beobachtung enthält.
Leere Vorlage für die eigene Dokumentation
Nur belegte Angaben eintragen. Unbekannte Werte bleiben offen; Herstellerwerte und eigene Beobachtungen gehören in getrennte Felder.
1. Uhr / Referenz / behauptetes Kaliber mit Zusatz: [eintragen] 2. Beleg zur Variante / Dokumentfassung / Fundstelle: [eintragen] 3. Kalender / Steinzahl / zugehörige Uhrenanleitung: [belegt oder unbekannt] 4. Maße mit Bezugskontur / Herstellerwert oder eigene Messung: [eintragen] 5. Eigener Versuch / Aufzug / Dauer / Ergebnis / Einheit: [eintragen oder nicht gemessen] 6. Offene Angaben / Nachweis zur Ausführung / nächster Prüfschritt: [eintragen]
English summary
This catalogue-based profile distinguishes SW1000-1 a and b and separates movement dimensions from case dimensions. Identify the complete variant before comparing specifications. Use the actual watch manual for operation and document conditions for any measurement. No physical sample was tested.
Quellen und Transparenz
[1] Sellita: Catalogue 2026–2027. SW1000-Familie, gedruckte Seiten 131–134; PDF-Seiten 68–69. Katalogdaten zu den Ausführungen a und b.
Redaktioneller Stand: 20. Oktober 2026. Grundlage sind die genannten Seiten des Sellita-Katalogs. Eine technische Serviceunterlage wurde für dieses Profil nicht ausgewertet. Die Prüffragen und die Vorlage sind redaktionelle Hilfen; es gibt keinen eigenen Gang-, Laufzeit- oder Einbautest.
Hinweis zum heutigen Betreiber: Diese Website ist kein offizieller Auftritt des früheren Goldgena-Projekts oder von CODE41. Der heutige Betreiber ist im Handel mit VSF-Replikauhren tätig und mit vsf-kaliber.de verbunden. Die Quellen sind keine Empfehlung dieses heutigen Geschäfts.