Miyota 82S7: Funktionen, technische Daten und Goldgena

Das Miyota 82S7 ist ein automatisches mechanisches Uhrwerk mit Handaufzug, kleiner Sekunde und 24-Stunden-Anzeige. Miyota führt es als Open-Heart-Ausführung der Reihe „Standard Automatic“. [1] Für Goldgena ist es auch historisch relevant: Im September 2016 nannte das damalige Projekt dieses Kaliber für einen seiner beiden Entwürfe. [5]

Quellenstand: Die technischen Angaben unten stammen aus den am 10. Oktober 2026 abrufbaren Miyota-Unterlagen. Der historische Bezug beruht auf dem Projektkapitel von 2016. Für diesen Beitrag wurde kein Werk geöffnet oder gemessen. Aktuelle Katalogangaben bestätigen nicht automatisch den Ausstattungsstand eines früheren Exemplars.

Welche Anzeigen das 82S7 antreibt

Die Herstellerunterlagen nennen zentrale Stunden- und Minutenzeiger, eine kleine Sekunde sowie einen 24-Stunden-Zeiger. „Kleine Sekunde“ bedeutet, dass die Sekunden auf einem eigenen Hilfszifferblatt angezeigt werden. Die Produktbeschreibung sieht außerdem einen Einblick durch eine Öffnung im Zifferblatt vor. [1, 3] Wie viel vom Werk in der fertigen Uhr sichtbar ist, hängt auch von deren Gestaltung ab.

Die 24-Stunden-Anzeige ist besonders leicht misszuverstehen: Laut Anleitung bewegt sich ihr Zeiger gekoppelt mit dem zentralen Stunden- und Minutenzeiger. [3] Er zeigt damit den Tageslauf der eingestellten Zeit im 24-Stunden-Format. Allein aus dieser Anzeige folgt keine unabhängig einstellbare zweite Zeitzone.

Technische Daten laut Hersteller

Die folgende Übersicht beschreibt den aktuell abrufbaren Dokumentenstand. Sie ist weder ein Messbericht noch eine Zusage zu einer bestimmten gebrauchten Uhr.

MerkmalAngabe für das Miyota 82S7
AufzugAutomatisch und von Hand [1]
AnzeigenStunde, Minute, kleine Sekunde und gekoppelte 24-Stunden-Anzeige [1, 3]
Werkdurchmesser / Höhe26,00 mm / 5,67 mm [2]
Frequenz21.600 Halbschwingungen pro Stunde [1, 2]
Steine21 [1, 2]
LaufzeitUngefähr 42 Stunden [1, 2]
Genannter Gangbereich−20 bis +40 Sekunden pro Tag [1, 2]
Hebewinkel laut Datenblatt49° [2]
Herstellerangaben, Quellenstand 10. Oktober 2026. Keine eigenen Messwerte und keine rückwirkende Spezifikation aller Produktionsjahre.

21.600 Halbschwingungen pro Stunde entsprechen sechs Halbschwingungen pro Sekunde, also drei vollständigen Schwingungen pro Sekunde beziehungsweise 3 Hz. Diese Umrechnung beschreibt die Frequenz, keine Qualitätsstufe. Die Werkhöhe von 5,67 mm ist außerdem nicht die Dicke einer fertigen Uhr; Gehäuse, Glas und weitere Bauteile kommen bei deren Konstruktion hinzu.

Sekundenstopp: den Produktionsstand mitprüfen

Die aktuelle Produktseite nennt ausdrücklich eine „Stop second device“, also einen Sekundenstopp zur Zeiteinstellung. [1] Gleichzeitig beschreibt Miyota auf seiner Entwicklungsseite, dass die frühen Werke der 82er-Serie beim Ziehen der Krone weiterliefen und die Reihe später um einen Stoppmechanismus ergänzt wurde. [4]

Diese Seriengeschichte ist relevant, liefert aber keinen eindeutig datierten Umstellungspunkt für jedes einzelne 82S7. Aus den hier verwendeten Unterlagen lässt sich deshalb nicht ableiten, ob ein bestimmtes Exemplar von 2016 diese Funktion hatte. Bei einer konkreten Uhr zählen die passende Ausführung, ihre Unterlagen und eine dokumentierte Funktionskontrolle. „82S7“ allein beantwortet die Versionsfrage nicht vollständig.

Wie Sie die Funktion anhand der passenden Anleitung einordnen und das Synchronisieren von einer Gangmessung trennen, erläutert Sekundenstopp bei Uhren: Funktion und richtiges Stellen.

Wie sich die Zahlen sinnvoll verwenden lassen

Für die Zeitwaage: Die 49° sind eine im Datenblatt genannte Eingangsgröße für die Messung, kein selbst gemessener Wert. Schlagzahl und Hebewinkel müssen zum tatsächlich vorliegenden Werk passen. Auf der zweiten Datenblattseite stehen zusätzlich Hinweise zum Aufzug und zu den Prüflagen. [2] Der Beitrag Zeitwaage verstehen erklärt, welche Einstellungen und Bedingungen in einen Bericht gehören.

Für Gang und Laufzeit: Die genannte Gangspanne und die ungefähre Laufzeit sind unterschiedliche Herstellerangaben. Eine Uhr kann lange weiterlaufen, ohne in jeder Phase denselben Gang zu zeigen. Die Zahlen allein erlauben weder ein Urteil über ein individuelles Exemplar noch einen Vergleich mit Messungen unter unbekannten Bedingungen. Ein Bericht sollte daher die Katalogwerte von den tatsächlich ermittelten Ergebnissen trennen.

Für Maße und Ersatz: Ein gleicher Außendurchmesser bestätigt noch keinen problemlosen Werktausch. Zur Prüfung gehören unter anderem die Lage der Zeiger und Anzeigen, die Befestigung des Zifferblatts, die Aufzugswelle und der Einbau ins Gehäuse. Dafür braucht es die passenden Konstruktionsunterlagen und die konkrete Uhr. Die Kurztabelle oben ist keine Freigabe für einen Austausch.

Welche Rolle das Werk im Goldgena-Entwurf spielte

Bereits im Mai 2016 verwendete Goldgena das MIYOTA 82S7 für die Illustrationen seines ersten Entwurfs. Die archivierte Originalseite dokumentiert diesen Planungsstand. Die damaligen Fertigungsoptionen erläutert unser Archiv zum ersten Entwurf mit drei Fertigungswegen. Diese frühe Darstellung bestätigt weder die Ausstattung später ausgelieferter Uhren noch einen Sekundenstopp bei einem bestimmten Exemplar von 2016.

Das Projektkapitel vom 21. September 2016 stellte eine Variante mit Miyota 82S7 und eine zweite mit ETA 2824 vor. Für die Miyota-Variante wurden kleine Sekunde und 24-Stunden-Anzeige genannt; die ETA-Variante war mit drei Zeigern und Datum beschrieben. [5] Die Wahl betraf damit auch die Anzeigen und das Zifferblattkonzept, nicht nur den Namen des Werklieferanten.

Die damaligen Entwürfe, Herkunftsangaben und Kosten stehen im Archivbeitrag zu den zwei Entwürfen und dem Namen CODE41. Hier wird dieser Entwicklungsstand eingeordnet, ohne daraus eine vollständige Spezifikation später ausgelieferter Uhren zu machen. Insbesondere der heutige Eintrag zum Sekundenstopp wird nicht rückwirkend in das historische Kapitel hineingelesen.

Kaliber, Beschriftung und Ausführung zuordnen

Miyota beschreibt für die 82er-Serie auch Änderungen am Rotor und Möglichkeiten, Kundenlogos anzubringen. [4] Ein Markenname auf dem Rotor und der Name des Werkherstellers müssen deshalb nicht identisch sein. Umgekehrt beweist eine ähnlich aussehende oder beschriftete Komponente noch keine gesicherte Zuordnung des gesamten Werks.

Für eine belastbare Einordnung sollten Kaliberangabe, dokumentierte Ausführung und sichtbare Merkmale zusammenpassen. Die Fragen unter Uhrwerk-Herkunft prüfen helfen dabei, Herstellerangaben von Erkenntnissen am einzelnen Exemplar zu unterscheiden. Dieses Profil liefert die Referenzunterlagen; es ersetzt keine Untersuchung einer konkreten Uhr.

Weiterlesen: Aufzug, Werksteine und Messprotokolle

Automatikaufzug: einseitig oder beidseitig? – Die Arbeitsweise des automatischen Aufzugs einordnen und Angaben zur Rotorrichtung von Anweisungen für die Krone unterscheiden.

Steine im Uhrwerk: Was die Zahl bedeutet – Die Aufgaben von Werksteinen verstehen und die Angabe von 21 Steinen beim 82S7 von Aussagen über Qualität, Ausführung oder Herkunft trennen.

Gangreserve messen – Eine Laufzeitmessung vorbereiten, den Aufzugzustand festhalten und den Stillstand mit einem nachvollziehbaren Zeitfenster eingrenzen.

Uhren-Prüfprotokoll zum Kopieren – Exemplar, Bedingungen und Ergebnisse gemeinsam dokumentieren; Herstellerangaben und eigene Beobachtungen getrennt führen.

Quellen und Transparenz

[1] Miyota: 82S7 Standard Automatic. Aktuelle Produktbeschreibung mit Funktionen, Leistungsangaben und Dokumentenlinks.

[2] Miyota: Spezifikation 82S0 / 82S5 / 82S7. Maße, technische Angaben und Hebewinkel auf Seite 1; Angaben zu Aufzug und Prüflagen auf Seite 2.

[3] Miyota: 82S7 Instruction Manual. Anzeigen, Aufzug und Zeiteinstellung; ausdrücklicher Hinweis zur Kopplung des 24-Stunden-Zeigers.

[4] Miyota: The evolution of our mechanical movements. Entwicklung der 82er-Serie, insbesondere Ergänzung des Sekundenstopps und geänderte Rotor-Ausführungen.

[5] CODE41: New brand, sober dial and launch date. Projektkapitel vom 21. September 2016; historische Angaben anhand der bereits geprüften Browser-PDF vom 6. Oktober 2026.

Die Miyota-Unterlagen wurden am 10. Oktober 2026 abgerufen. Das CODE41-Kapitel wird anhand der bereits für den Archivbeitrag geprüften Browser-PDF verwendet; der erneute reine Textabruf der Webseite lieferte nur einen JavaScript-Hinweis. Diese gespeicherte Fassung ist kein vollständiger Wayback-Snapshot der früheren Goldgena-URL.

Hinweis zum heutigen Betreiber: Diese Website ist kein offizieller Auftritt des früheren Goldgena-Projekts oder von CODE41. Der heutige Betreiber ist im Handel mit VSF-Replikauhren tätig und mit vsf-kaliber.de verbunden. Die Quellen dienen der technischen und historischen Einordnung. Sie sind keine Empfehlung des heutigen Geschäfts oder Nachweis für die Ausstattung angebotener Produkte.