Sellita SW330-2: GMT und Gangreserve richtig einordnen

Das Sellita SW330-2 ist ein Automatikwerk mit Datum und zentraler GMT-Anzeige. Für seine Gangreserve unterscheidet die technische Dokumentation einen Mindestwert von 50 Stunden und einen typischen Wert von 56 Stunden. [1] Diese Quellenangaben sind keine Messung an einer hier getesteten Uhr: Für diesen Beitrag lag kein eigenes Prüfmuster vor.

SW330-2: acht technische Eckdaten

MerkmalDokumentierter Wert
AufzugAutomatik und Handaufzug
Anzeigen und ZeiteinstellungStunde, Minute, Sekunde, zentrale 24-Stunden-Anzeige, Datum; Sekundenstopp
Durchmesser25,60 mm Gehäusepassung; 26,20 mm Gesamtdurchmesser
Werkhöhe4,10 mm
Frequenz28.800 Halbschwingungen pro Stunde; 4 Hz
Lagersteine25
GangreserveMinimum 50 Stunden; typisch 56 Stunden
Hebewinkel51°
Quellen: Sellita-Dokumentation [1], Version 03, und Katalog 2026–2027 [4]. Werte zum Uhrwerk, keine eigene Prüfung einer fertigen Uhr.

Die beiden Durchmesser bezeichnen unterschiedliche Messgrenzen. Ein Datenblattvergleich muss dieselben Größen gegenüberstellen; auch die Werkhöhe ist nicht mit der Höhe einer kompletten Uhr gleichzusetzen. Ein ähnliches Maß allein belegt weder passende Zeiger noch ein passendes Gehäuse. Die Prüffragen dazu bündelt Uhrwerk-Datenblätter richtig lesen.

50 oder 56 Stunden: drei verschiedene Aussagen

Auch der Sellita-Katalog 2026–2027 nennt beim SW330-2 eine typische Gangreserve von 56 Stunden. [4] Diese Kennzeichnung sollte beim Zitieren erhalten bleiben:

AussageEinordnung
Minimum: 50 StundenUnterer Spezifikationswert in der herangezogenen Sellita-Unterlage. [1]
Typisch: 56 StundenTypischer Herstellerwert, kein Mindestwert von 56 Stunden. [1]
Eigene gemessene LaufzeitFür diesen Beitrag nicht vorhanden; muss mit Exemplar und Versuchsbedingungen ermittelt werden.
Redaktionelle Lesehilfe zur Trennung von Spezifikation und Beobachtung. Die dritte Zeile enthält bewusst kein erfundenes Ergebnis.

Der praktische Unterschied zeigt sich beim Protokollieren: Wer nur „56 h“ abschreibt, verliert die Bedeutung des Werts. Wer eine gebrauchte Uhr untersucht, benötigt zusätzlich ihre genaue Zuordnung, den Ausgangszustand und ein nachvollziehbares Verfahren. Eine Abweichung sollte zuerst Anlass sein, diese Angaben zu prüfen; eine einzelne Beobachtung erklärt noch nicht ihre Ursache.

Für einen eigenen Versuch Start und Stillstand festhalten, das Aufziehen nach passender Anleitung dokumentieren und zusätzlichen Aufzug während des Versuchs vermeiden. Die Anleitung Gangreserve messen führt durch diese Dokumentation. Das Ergebnis bleibt zunächst eine Aussage über das untersuchte Exemplar und die gewählten Bedingungen.

GMT: die Referenzanzeige wird separat korrigiert

Wie die Funktion an einer konkreten Uhr umgesetzt wird, zeigt das Handbuch der C63 Sealander GMT mit SW330-2: In dessen Position 2 wird der zusätzliche GMT-Zeiger im Uhrzeigersinn in Stundenschritten verstellt; in Gegenrichtung erfolgt die Datumskorrektur. [2] Es geht hier um den 24-Stunden-Zeiger, nicht um eine unabhängig springende lokale Hauptstunde.

Zum Vergleich: Beim Miyota 9075 beschreibt MIYOTA eine separat in Ein-Stunden-Schritten verstellbare lokale Stunde. [3] Wer zwischen solchen Uhren wechselt, sollte deshalb zuerst den verstellten Zeiger identifizieren. Ein ähnliches Zifferblatt ist keine Bedienungsanleitung.

Ein weiteres Profil mit Blick auf die GMT-Bedienung bietet das NH34A. Für die eigene Auswahl ist die Aufgabe entscheidend: Soll eine zweite Referenz verfolgt werden, oder wird unterwegs häufig die Hauptanzeige umgestellt? Diese Frage hilft mehr als ein Qualitätsurteil allein aus dem Begriff GMT.

Datumshinweise gehören zur konkreten Uhr

Die hier verwendete C63-Anleitung schließt die Datumskorrektur zwischen 20:00 und 02:00 Uhr aus. Ihre Position 3 dient zum Zeiteinstellen mit Sekundenstopp; die verschraubte Krone muss anschließend korrekt geschlossen werden. [2] Diese Angaben sind ein ausdrücklich benanntes Modellbeispiel und kein einheitlicher Ablauf für alle Uhren mit SW330-2.

Die passende Modellanleitung sollte vor jeder Bedienung vorliegen. Besonders die Nummerierung der Kronenstellungen und ein zusätzlicher Verschluss können sonst missverstanden werden. Bei der Datumswarnung ist die Zeitstellung der Uhr einschließlich Tag und Nacht maßgeblich. Weitere Orientierung gibt Datum einstellen: Herstellerhinweise zuordnen.

Ganggenauigkeit: Kalibername und fertige Uhr unterscheiden

Christopher Ward nennt in diesem Handbuch für die C63 Sealander GMT −5 bis +12 Sekunden pro Tag. [2] Das ist eine Angabe zu dieser dokumentierten Uhr, keine universelle Toleranz für jedes SW330-2. Sellita behandelt in seiner technischen Unterlage unterschiedliche Ausführungen. [1] Eine pauschale Zahl ohne Ausführungs- und Messbezug würde diese Unterscheidung verlieren.

Ein Verkaufsangebot sollte die tatsächlich zugesagte Ausführung und die Grundlage seiner Gangangabe nennen. Aus einer sichtbaren Verzierung allein lässt sich eine solche Zusage nicht zuverlässig ableiten. Der Beitrag Qualitätsstufen von Uhrwerken und ihre Belege hilft, technische Einstufung und Beschreibung auseinanderzuhalten.

Bei einer Zeitwaagenmessung gehören Aufzug, Messlage, Dauer und Geräteeinstellungen zum Ergebnis. Der oben genannte Hebewinkel ist eine Eingabe für die Amplitudenberechnung und kein bereits gemessener Schwingungswinkel. Die Zuordnung erläutert Hebewinkel an der Zeitwaage. Eine Gangmessung, ein Laufzeitversuch und die Beobachtung der GMT-Anzeige beantworten verschiedene Fragen.

Sechs Angaben für eine nachvollziehbare Dokumentation

Unbekannte Felder bleiben offen. Die Vorlage ergänzt das ausführliche Uhren-Prüfprotokoll; sie ist kein Prüfzeugnis und ersetzt keine Untersuchung.

1. Uhr / Referenz / belegtes Kaliber und Ausführung: [eintragen]
2. Herstellerunterlage / Fassung / passende Modellanleitung: [eintragen]
3. Zitierter Laufzeitwert mit Kennzeichnung Minimum oder typisch: [eintragen]
4. Eigener Laufzeitversuch: Aufzug / Start / Stillstand / Bedingungen: [eintragen oder nicht gemessen]
5. GMT-Referenz / Hauptzeit / Datum / beobachtete Kronenfunktion: [eintragen oder nicht geprüft]
6. Separate Gangmessung / Geräteeinstellungen / offene Fragen: [eintragen oder nicht gemessen]

English summary

For the SW330-2, keep the documented minimum and typical running times separate from measurements of an individual watch. Match GMT and date operation to the actual watch manual. The C63 example is model-specific. No physical sample was tested for this article.

Quellen und Transparenz

[1] Sellita: SW330-2, Technische Dokumentation, Version 03 vom 24. Mai 2022. Deckblatt sowie Seiten 3–6: Abmessungen, Funktionen, Gangreserve, Hebewinkel und Ausführungen.

[2] Christopher Ward: C63 Sealander GMT, Owner’s Handbook, PDF-Fassung 2026. PDF-Seiten 3–4: konkrete Uhr mit SW330-2, Gangangabe und modellspezifische Bedienung.

[3] MIYOTA: Cal. 9075, Instruction manual, Seite 2. Abgrenzung zum unabhängig verstellbaren lokalen Stundenzeiger des 9075.

[4] Sellita: Catalogue 2026–2027, gedruckte Seite 50, PDF-Seite 27. Aktueller Katalogeintrag: Funktionen, Maße, Frequenz, Lagersteine und typische Gangreserve; großes PDF.

Redaktioneller Stand: 19. Oktober 2026. Grundlage sind die genannten Herstellerunterlagen, keine unabhängigen Produkttests. Die Datums- und Gangangaben der C63 werden nur als zugeordnetes Modellbeispiel verwendet. Es werden keine eigenen Messwerte, keine geprüfte Austauschbarkeit und kein historischer Goldgena-Einsatz dieses Kalibers behauptet.

Hinweis zum heutigen Betreiber: Diese Website ist kein offizieller Auftritt des früheren Goldgena-Projekts oder von CODE41. Der heutige Betreiber ist im Handel mit VSF-Replikauhren tätig und mit vsf-kaliber.de verbunden. Die Quellen sind keine Empfehlung dieses heutigen Geschäfts.