Das Sellita SW200-1 ist ein mechanisches Automatikwerk. Im Katalog unterscheidet Sellita die Ausführung SW200-1 a mit Datum von der Ausführung SW200-1 b ohne Datum. Beide zeigen Stunde, Minute und Sekunde zentral an. [2] Dieses Profil behandelt vor allem die Datumsvariante und erklärt, wie die technischen Angaben zu lesen sind.
Quellenstand: Grundfassung vom 10. Oktober 2026; ETA-Vergleich am 12. Oktober 2026 ergänzt. Grundlage sind die unten genannten Herstellerunterlagen mit ihren jeweiligen Dokumentständen. Hier wurde kein Exemplar geöffnet oder gemessen. Der Beitrag ergänzt die heutige Kaliberübersicht; er rekonstruiert keine historische Goldgena-Produktseite.
Herstellerdaten zum SW200-1 mit Datum
| Merkmal | Herstellerangabe |
|---|---|
| Anzeigen und Einstellung | Stunde, Minute, Zentralsekunde und Datum; schnelle Datumskorrektur und Sekundenstopp [2] |
| Aufzug | Automatischer Aufzug mit kugelgelagerter Schwungmasse; Handaufzug möglich [2] |
| Gehäusepassung / Gesamtdurchmesser | 25,60 mm / 26,00 mm [1] |
| Werkhöhe | 4,60 mm [2] |
| Frequenz | 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, entsprechend 4 Hz [2] |
| Steine | 26 [2] |
| Gangreserve | Mindestens 38 Stunden; typischer Wert 41 Stunden [1] |
| Hebewinkel | 50° [1] |
Die beiden Durchmesser bezeichnen unterschiedliche Maße desselben Werkes. Die 25,60 mm beziehen sich auf die Gehäusepassung, die 26,00 mm auf den Gesamtdurchmesser. [1] Deshalb können beide Zahlen korrekt sein. Bei der Prüfung einer Einbausituation müssen Zeichnung und Messstelle übereinstimmen; ein einzelner Durchmesser ist noch keine Zusage, dass ein Austauschwerk passt.
38 oder 41 Stunden: Mindestwert und typischer Wert
Die Technische Dokumentation von 2024 nennt für das SW200-1 38 Stunden als Minimum und 41 Stunden als typischen Wert. [1] Die Zahlen stehen nebeneinander und sind keine zwei Bezeichnungen für verschiedene Kaliber. Allein aus ihnen lässt sich daher kein Umbau oder Wechsel der Zugfeder ableiten.
Für eine konkrete Uhr sind außerdem Aufzugszustand und beobachteter Stillstand wichtig. Wer die Laufzeit prüfen möchte, findet unter Gangreserve messen ein Vorgehen zur Dokumentation. Eine nach kurzem Tragen abgelegte Uhr ist kein geeigneter Ausgangspunkt, um ohne weitere Angaben das Erreichen des Herstellerwerts zu beurteilen.
SW200, SW200-1 und SW200-2 auseinanderhalten
Der Zusatz „-1“ bezeichnet eine technische Variante. Sellitas Information Nr. 05 beschreibt beim Übergang vom SW200 zum SW200-1 Änderungen an den Zahnprofilen von drei Komponenten des Automatikgetriebes. Ziel war laut Hersteller eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Verschleiß und Belastungen. Die drei betroffenen Komponenten sollen bei einem entsprechenden Austausch gemeinsam als Satz ersetzt werden. [4]
Daraus folgt weder, dass jedes ältere SW200 beschädigt ist, noch dass sämtliche Teile beliebiger SW200-Versionen frei kombiniert werden können. Bei einer Reparatur sind die dokumentierte Variante und die dazugehörigen Teileangaben entscheidend. Die Beschreibung einer konstruktiven Änderung ersetzt keinen Befund am einzelnen Werk.
Die Information Nr. 33 vom 4. Juni 2025 dokumentiert einen weiteren Schritt zum SW200-2. Sie stellt dem SW200-1 mit typischen 41 Stunden eine typische Gangreserve von 65 Stunden beim SW200-2 gegenüber. Genannt werden unter anderem Änderungen am Räderwerk, am Federhaus und am Regulierorgan. Werke mit den beschriebenen Änderungen tragen laut Dokument die Kennzeichnung SW200-2. [3]
Die 65 Stunden dürfen deshalb nicht in ein Datenblatt des SW200-1 übernommen werden. Auch ein neueres Verkaufsdatum allein belegt nicht, dass eine Uhr das SW200-2 enthält. Dafür braucht es eine eindeutige Modell- oder Werkzuordnung. Die Veröffentlichung der Herstellerinformation datiert zudem nicht automatisch den Produktionswechsel jeder Uhrenmarke.
Vergleich mit dem ETA 2824-2: ähnliche Daten, andere Zuordnung
SW200-1 a und ETA 2824-2 bieten Zentralsekunde, Datum und Sekundenstopp bei 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Sellita nennt 26 Steine, ETA 25. [2, 5] Diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen sich aus den Datenblättern vergleichen. Sie belegen weder identische Einzelteile noch eine pauschale Rangfolge bei Genauigkeit, Lebensdauer oder Servicekosten.
| Merkmal | ETA 2824-2 | Sellita SW200-1 a |
|---|---|---|
| Anzeigen und Einstellung | Stunde, Minute, Zentralsekunde, Datum; Schnellkorrektur und Sekundenstopp [5] | Stunde, Minute, Zentralsekunde, Datum; Schnellkorrektur und Sekundenstopp [1, 2] |
| Durchmesser mit Maßbezug | 25,60 mm laut ETA-Portal [5] | 25,60 mm Gehäusepassung; 26,00 mm Gesamtdurchmesser [1] |
| Werkhöhe | 4,60 mm [6] | 4,60 mm [1] |
| Frequenz | 28.800 Halbschwingungen/h; 4 Hz [5] | 28.800 Halbschwingungen/h; 4 Hz [1] |
| Steinzahl | 25 [6] | 26 [1] |
| Gangreserve: Minimum / typisch | 38 h / 42 h [6] | 38 h / 41 h [1] |
| Hebewinkel | Typischer Wert: 50° [6] | 50° [1] |
Eine Stunde Unterschied beim typischen Wert ist kein gemessener Vorsprung. Beide genannten Dokumente unterscheiden einen Mindestwert von einem typischen Wert. [1, 6] Für die Frage, welche konkrete Uhr länger läuft, werden vergleichbare Aufzugs- und Beobachtungsbedingungen benötigt. Aus 42 gegenüber 41 Stunden folgt ebenso wenig eine Rangfolge bei Ganggenauigkeit oder Lebensdauer.
Eine zusätzliche Lagerstelle ist für sich genommen kein Nachweis, dass die fertige Uhr besser läuft. Für einen belastbaren Vergleich wären definierte Ausführungen und Messungen unter passenden Bedingungen nötig. Das Profil des ETA 2824-2 erläutert dessen Herstellerwerte getrennt.
Bei einem Angebot sollten Herstellername und genaue Kaliberbezeichnung zusammenpassen. Eine Angabe wie „2824-Typ“ lässt offen, wer das konkrete Werk hergestellt hat. Die Anleitung Uhrwerk-Herkunft prüfen hilft, Herstellerbehauptung, Modellunterlagen und Belege zum einzelnen Exemplar auseinanderzuhalten.
Ähnliche Eckdaten sind keine Freigabe für einen Werk- oder Teiletausch. Die ETA-Mitteilung führt Teilevarianten und verweist für die Austauschbarkeit auf die Angaben zum jeweiligen Kaliber. [6] Die Tabelle oben bestätigt keine herstellerübergreifende Passung. Bei einem konkreten Reparaturangebot sollte die Fachstelle dokumentieren, welche Variante oder welches Teil verwendet wird und worauf die Zuordnung beruht.
Für einen Angebotsvergleich empfehlen wir, zuerst Hersteller, vollständige Kaliberbezeichnung und Ausführung festzuhalten. Danach lassen sich Dokumentstand, Zustand und zugehörige Prüfnachweise gegenüberstellen. Uhrwerk-Datenblatt lesen erläutert, wie Maßbezug, Werttyp und Prüfbedingungen zusammengehören.
Was für die Beurteilung einer konkreten Uhr fehlt
Sellitas technische Dokumentation unterscheidet mehrere Ausführungen mit unterschiedlichen Prüfvorgaben. [1] Eine allgemeine SW200-1-Angabe beantwortet daher noch nicht, welche Vorgaben für ein bestimmtes Exemplar gelten. Für die praktische Einordnung sollten Ausführung, Wartungszustand und ein zuordenbares Messprotokoll vorliegen.
Wie Sie Elaboré, Top und Chronomètre anhand einer konkreten Unterlage auseinanderhalten, erklärt der Leitfaden Uhrwerk-Qualitätsstufen.
Für eine Zeitwaagenmessung gehört der dokumentierte Hebewinkel in die Geräteeinstellung. Wie sich Einstellungen, Messlage und Aufzugszustand nachvollziehbar festhalten lassen, erklärt Zeitwaage verstehen. Ein einzelner Bildschirmwert reicht für ein Gesamturteil über die Uhr nicht aus.
Weiterlesen: Werksteine, Prüfnachweise und Service
Steine im Uhrwerk: Was die Zahl bedeutet – Die Angabe von 26 Steinen beim SW200-1 einordnen und Steinzahl, Ausführungsstufe und Qualitätsaussagen getrennt betrachten.
Chronometer-Zertifizierung: COSC richtig einordnen – Prüfprogramme und Nachweise verstehen; eine allgemeine Kaliberangabe von einer dokumentierten Zertifizierung des konkreten Exemplars unterscheiden.
Uhren-Prüfprotokoll zum Kopieren – Exemplar, Aufzugszustand, Geräteeinstellungen und Ergebnisse nachvollziehbar festhalten; Herstellerwerte und eigene Beobachtungen getrennt führen.
Uhr regulieren oder Revision? – Regulierung, Werküberholung und Werktausch unterscheiden und den vereinbarten Serviceumfang sowie die Abschlusskontrollen dokumentieren.
Quellen und Transparenz
[1] Sellita: Technische Dokumentation SW200-1. Revision 07 vom 2. September 2024; Seiten 1 und 3–5 für Maße, Gangreserve, Hebewinkel und Ausführungen.
[2] Sellita: Katalog 2024–2025. Gedruckte Seiten 12 und 14: SW200-1 a mit Datum und SW200-1 b ohne Datum; Funktionen und Eckdaten.
[3] Sellita: Spezifische Information Nr. 33. Vom 4. Juni 2025, insbesondere Seiten 1–2 und 8: Entwicklung zum SW200-2, typische Laufzeiten und Kennzeichnung.
[4] Sellita: Spezifische Information Nr. 05. Dokumentstand 9. Januar 2019: Änderungen beim Übergang vom SW200 zum SW200-1 und Austausch der drei betroffenen Komponenten als Satz.
[5] ETA: Produktbeschreibung 2824-2. Herstellerangaben zu Funktionen, Frequenz und Steinzahl für die begrenzte Gegenüberstellung.
[6] ETA: Technische Mitteilung CT 2824-2 FDE 481688 25. Ausgabe vom 6. Oktober 2022: Seite 1 für Kenndaten; Seiten 3–5 für Teilevarianten und den Verweis zur Austauschbarkeit.
Quellenprüfung der Grundfassung: 10. Oktober 2026. Für die Vergleichsergänzung wurden am 12. Oktober 2026 die Sellita-Dokumentation [1], das ETA-Portal [5] und die ETA-Mitteilung [6] erneut beziehungsweise ergänzend gelesen. Die Quellen [2–4] werden aus der bereits geprüften Grundfassung weiterverwendet. Die Zahlen stammen aus Herstellerunterlagen; ihre Übertragbarkeit auf eine konkrete Uhr wird redaktionell eingeordnet. Es handelt sich weder um einen eigenen Vergleichstest noch um einen Beleg für die Ausstattung aktuell angebotener Produkte.
Hinweis zum heutigen Betreiber: Diese Website ist kein offizieller Auftritt des früheren Goldgena-Projekts oder von CODE41. Der heutige Betreiber ist im Handel mit VSF-Replikauhren tätig und mit vsf-kaliber.de verbunden. Die genannten Herstellerquellen sind keine Empfehlung oder Bestätigung dieses Geschäfts.