Miyota 9019: Daten, Zeigerhöhe und Herstellerunterlagen

Das Miyota 9019 ist ein Automatikwerk mit Datum, Handaufzug und Sekundenstopp. Miyota kennzeichnet es auf der aktuellen Produktseite als eingestellt, hält dort aber weiterhin technische Unterlagen bereit. [1–3] Das ist für Besitzer vorhandener Uhren nützlich: Bedienung und dokumentierte Abmessungen lassen sich nachlesen, ohne daraus eine heutige Lieferzusage abzuleiten.

Ein besonderes Vergleichsmerkmal ist die im Datenblatt niedriger dargestellte Zeigeraufnahme gegenüber dem 9015. [2] Dieses Profil erklärt die Angaben und ihre Grenzen. Eigene Gang-, Laufzeit- oder Einbauprüfungen liegen nicht vor.

Miyota 9019: acht dokumentierte Grunddaten

MerkmalHerstellerangabe
AnzeigenStunden, Minuten, zentrale Sekunde und Fensterdatum
Aufzug / ZeitstellenAutomatik mit Handaufzug; Sekundenstopp
Nenngröße / Durchmesser / Werkhöhe11½ Linien / 26,00 mm / 3,90 mm
Frequenz28.800 Halbschwingungen/h; 4 Hz
Steine24
LaufdauerMehr als 42 Stunden laut Spezifikation
Gangangabe−10 bis +30 Sekunden/Tag unter den dokumentierten Messbedingungen
Hebewinkel51°
Quellen [2–3]. Herstellerwerte, keine eigenen Messergebnisse. Maßangaben beschreiben das Werk, nicht das fertige Gehäuse.

9019 und 9015: Zeigeraufnahme getrennt von Werkhöhe lesen

Die kleine Vergleichsgrafik auf Seite 1 der Spezifikation stellt drei Höhenabschnitte der Zeigeraufnahme nebeneinander dar. Die folgende Tabelle gibt nur diese beschrifteten Abschnitte wieder. [2] Sie ist keine Montageanleitung und keine Aussage über den Abstand beliebiger Zeiger zu Glas oder Zifferblatt.

Abschnitt in der Hersteller-Skizze90199015 im selben Vergleich
Untere Stufe900 µm = 0,90 mm1.200 µm = 1,20 mm
Mittlere Stufe400 µm = 0,40 mm450 µm = 0,45 mm
Obere Stufe450 µm = 0,45 mm450 µm = 0,45 mm
Schematische Höhenabschnitte nach [2], keine hier gemessenen Zeiger oder Gehäuse.

Wer einen Ersatz plant, sollte daher nicht nur die Zahl 3,90 mm vergleichen. Das Profil zum Miyota 9015 bietet einen eigenen Rechercheeinstieg. Für den tatsächlichen Einbau zählen zusätzlich Zifferblatt, Zeiger, Gehäuse und ihre gegenseitigen Abstände. Ein Werktausch wird durch eine ähnliche Kaliberbezeichnung nicht automatisch freigegeben.

Das öffentlich verlinkte Zeichnungspaket enthält eigene Ansichten für das Werk, das Zifferblatt und die Stellwelle. Die Blätter weisen auf einen vorläufigen beziehungsweise revisionsfähigen Stand hin. [4] Bei einer Reparaturanfrage sollte deshalb genau dieses Dokument mit der konkreten Ausführung abgeglichen werden; die bloße Verfügbarkeit einer Zeichnung bestätigt keine Teileverfügbarkeit.

Krone, Datum und Sekundenstopp

Die gemeinsame Anleitung 9015/9019 ordnet den Handaufzug der Normalstellung zu: im Uhrzeigersinn drehen. In der ersten Rastposition wird das Datum ebenfalls im Uhrzeigersinn korrigiert. Die zweite Rastposition dient dem Zeitstellen und hält den Sekundenzeiger an; mit dem Zurückdrücken in Normalstellung läuft die Uhr wieder. [3]

Miyota nennt für die Datumskorrektur eine Sperrzeit von ungefähr 20:30 bis 02:00 Uhr. Gemeint ist die vom Uhrwerk angezeigte Tagesphase. [3] Bei unbekannter Vormittags-/Nachmittagszuordnung sollte diese erst anhand der passenden Anleitung geklärt werden. Der Leitfaden Datum einstellen hilft bei den Begriffen. Hinweise zur Kronenbauart der fertigen Uhr bleiben zusätzlich zu beachten.

Der Sekundenstopp erleichtert das Synchronisieren. Er beweist weder gute Regulierung noch einen bestimmten Wartungszustand. Auch nach korrekt eingestellter Zeit bleibt die tatsächliche Gangabweichung eine eigene Beobachtungsfrage.

Messwerte brauchen die Bedingungen aus dem Datenblatt

Die zweite Spezifikationsseite sieht die Gangmessung 10 bis 60 Minuten nach Vollaufzug in Zifferblattlage oben vor. Für den Lagenvergleich werden zusätzlich 6, 9 und 3 Uhr oben gezeigt. [2] Diese Versuchsanordnung darf nicht mit einer beliebigen kurzen Messung gleichgesetzt werden.

Der dokumentierte Hebewinkel ist eine Eingabe für die Messung. Aufzug, Lage und Dauer gehören daneben in den Bericht. Bei der Laufzeitmessung sollten Herstellerreferenz und beobachteter Stillstand getrennt stehen. Eine Kalibernummer beschreibt den Zustand eines gebrauchten Exemplars nicht vollständig.

Vier Fragen zu einer vorhandenen 9019-Uhr

PrüfbereichWas zu dokumentieren ist
IdentitätUhrenreferenz und belastbarer Beleg für das eingebaute Kaliber.
QuelleSpezifikation, Anleitung oder Zeichnung mit passender Ausgabe und Fundstelle.
ReparaturbedarfKonkretes Teil oder Problem; tatsächliche Verfügbarkeit separat erfragen.
Eigene BeobachtungBedingungen, Zeitraum und Ergebnis oder ausdrücklich „nicht gemessen“.
Redaktionelle Prüfhilfe; kein Nachweis über ein untersuchtes Exemplar.

„Eingestellt“ auf der Produktseite bedeutet nicht automatisch, dass eine vorhandene Uhr nicht mehr gewartet werden kann. Es belegt aber ebenso wenig einen gesicherten Ersatzteilvorrat. Für solche Fragen hilft die Trennung von Dokument und Objekt im Leitfaden Werkdatenblätter lesen. Das Uhren-Prüfprotokoll hält offene Punkte fest, ohne sie durch Vermutungen zu füllen.

Leere Vorlage für die eigene Dokumentation

Nur belegte Angaben eintragen. Unbekannte Werte bleiben offen; Herstellerwerte und eigene Beobachtungen gehören in getrennte Felder.

1. Uhr / Referenz / nachvollziehbarer Kaliberbeleg: [eintragen]
2. Herstellerunterlage / Ausgabe oder Abrufdatum / relevante Stelle: [eintragen]
3. Einbaufrage / Zeigeraufnahme / passende Zeichnung: [eintragen oder nicht geprüft]
4. Bedienfrage / Kronenbauart / Modellanleitung: [eintragen]
5. Messung / Aufzug / Lage / Zeitraum / Ergebnis: [eintragen oder nicht gemessen]
6. Ersatzteil- oder Servicefrage / noch fehlender Nachweis: [eintragen]

English summary

Miyota marks the 9019 as discontinued while retaining its technical documents. This profile separates movement height from the hand-fitting diagram and explains the documented crown functions. Current parts availability and suitability for a particular case require separate evidence. No watch was tested.

Quellen und Transparenz

[1] Miyota: Produktseite 9019. Am 20. Oktober 2026 ausdrücklich als eingestellt gekennzeichnet. Die Seite verlinkt weiterhin Spezifikation, Zeichnung und Bedienungsanleitung; sie nennt hier kein Einstellungsdatum.

[2] Miyota: Spezifikation 9019. Zwei Seiten; Grunddaten, schematischer Höhenvergleich mit 9015 und Messhinweise. Beide Seiten gelesen und visuell geprüft.

[3] Miyota: Bedienungsanleitung 9015 / 9019. Gemeinsame Anleitung mit Handaufzug, Sekundenstopp und Datumskorrektur; zwei Seiten.

[4] Miyota: Zeichnungen zum 9019. Drei öffentlich verlinkte Zeichnungsseiten zu Werk, Zifferblatt und Stellwelle; als vorläufig bzw. revisionsfähig gekennzeichnet. Keine Einbaufreigabe für eine konkrete Uhr.

Redaktioneller Stand: 20. Oktober 2026. Grundlage sind Miyotas Produktseite, Spezifikation, gemeinsame Anleitung 9015/9019 und öffentlich verlinkte Zeichnungen. Die Tabellen fassen Unterlagen zusammen; Prüffragen und Vorlage sind redaktionell. Keine eigene Uhr wurde gemessen, repariert oder auf Austauschbarkeit geprüft.

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