Miyota 9015: Daten, Sekundenstopp und Datum richtig einordnen

Das Miyota 9015 ist ein mechanisches Automatikwerk mit Handaufzug, Datum und Sekundenstopp. Es zeigt Stunden, Minuten und Sekunden über zentrale Zeiger an. [1, 3] Hier werden Herstellerdaten und Bedienhinweise eingeordnet; für diesen Beitrag wurde keine Uhr untersucht.

MIYOTA datiert die Einführung des 9015 in seinem Rückblick auf 2009. [5] Die folgenden technischen Angaben stammen aus den heute verfügbaren Unterlagen. Sie belegen weder den Einbau in eine bestimmte Uhr noch die Verwendung in einem historischen Goldgena-Modell.

Miyota 9015: acht wichtige Herstellerangaben

MerkmalAngabe zum 9015
Aufzug und AnzeigenAutomatik und Handaufzug; zentrale Stunde, Minute und Sekunde, Datum
Werkdurchmesser26,00 mm
Werkhöhe3,90 mm
Frequenz28.800 Halbschwingungen pro Stunde; entsprechend 4 Hz
Lagersteine24
LaufzeitUngefähr 42 Stunden
Gangangabe−10 bis +30 Sekunden pro Tag
Hebewinkel51°
Herstellerangaben aus [1–3]. Die Umrechnung in Hz ist redaktionell: 28.800 ÷ 3.600 ÷ 2 = 4. Keine Messwerte eines eigenen Prüfmusters.

Die Werkhöhe ist keine Angabe zur Gesamthöhe einer fertigen Uhr. Ebenso beschreibt die Gangangabe einen Herstellerwert und keinen bereits beobachteten Tagesgang Ihres Exemplars. Wer eine Uhr beurteilen möchte, sollte Datenblatt, tatsächlich verbaute Ausführung und eigene Beobachtung getrennt erfassen.

Aufziehen, Sekundenstopp und Datum einstellen

Die Anleitung nennt Handaufzug durch Drehen der Krone im Uhrzeigersinn in Normalstellung. Zum Wiederanlaufen beschreibt sie einige Umdrehungen. In der zweiten Rastposition lässt sich die Uhrzeit einstellen; dabei stoppt der Sekundenzeiger. Nach dem Einstellen wird die Krone in Normalstellung zurückgedrückt. [3] Dass eine Uhr wieder läuft, dokumentiert für sich genommen noch keinen Vollaufzug.

Für die Datumsschnellkorrektur nennt MIYOTA die erste Rastposition und ebenfalls Drehen im Uhrzeigersinn. Zwischen ungefähr 20:30 und 02:00 Uhr soll das Datum nicht schnell korrigiert werden. Laut Anleitung könnte die Datumsumschaltung am folgenden Tag sonst ausbleiben. [2, 3] Gemeint ist die Zeitstellung der Uhr, nicht die Uhrzeit auf Ihrem Telefon. Bei unklarer Tag-/Nachtstellung zunächst die Anleitung der konkreten Uhr heranziehen.

Kronenverschluss und Gehäuseausführung werden vom jeweiligen Uhrenmodell bestimmt. Deshalb hat dessen passende Bedienungsanleitung Vorrang; die Werkbeschreibung ersetzt sie nicht. Weitere Hinweise zur Tag-/Nachtzuordnung und zum Umgang mit unklaren Angaben stehen unter Datum an einer Uhr richtig einstellen.

Was für eine nachvollziehbare Messung fehlt

Eine Zahl ohne Bedingungen lässt sich schlecht vergleichen. Vor einem Test sollten zumindest Uhr und Kaliberversion, Aufzugszustand, Zeitpunkt, Messlage und Gerät feststehen. Ein Händlertext mit „9015“ ist dafür ein Ausgangspunkt; im Protokoll sollte er als solche Quelle erkennbar bleiben und nicht als eigene Werkidentifikation erscheinen.

Für das dokumentierte 9015 nennt das Datenblatt 51° Hebewinkel und 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Es beschreibt die Gangmessung 10 bis 60 Minuten nach Vollaufzug sowie die Lagen Zifferblatt oben, 6 oben, 9 oben und 3 oben. [2] Diese Bedingungen gehören zur Einordnung der Herstellerangabe; eine Messung unter anderen Bedingungen sollte entsprechend bezeichnet werden.

Der eingestellte Hebewinkel ist ein Eingabewert für die Amplitudenberechnung, keine gemessene Amplitude. Die Zuordnung und typische Verwechslungen erklärt Hebewinkel an der Zeitwaage. Einen kurzen Messabschnitt sollte man außerdem nicht als vollständige Beobachtung über einen Tragetag ausgeben. Für beide Verfahren lässt sich ein Ergebnis dokumentieren, aber mit jeweils eigener Fragestellung.

Die ungefähre Laufzeit aus dem Katalog ist ebenfalls kein Ersatz für einen Versuch. Wer sie am eigenen Exemplar prüfen möchte, hält Startbedingungen und Stillstand fest und vermeidet unbemerkten zusätzlichen Aufzug während des Versuchs. Die Anleitung Gangreserve messen beschreibt das Vorgehen. Bei auffälligen Ergebnissen zuerst die dokumentierten Bedingungen prüfen, bevor aus einer einzelnen Zahl ein Defekt abgeleitet wird.

9015 und 82S7: unterschiedliche Anzeigen und Abmessungen

Das bereits behandelte Miyota 82S7 bietet einen sinnvollen Vergleich, weil dabei Unterschiede der Konstruktion sichtbar werden. Die folgende Tabelle bezieht sich auf aktuelle Herstellerunterlagen, nicht auf eine Prüfung zweier Uhren.

MerkmalMiyota 9015Miyota 82S7
Anzeigen und GestaltungZentrale Stunde, Minute und Sekunde; DatumStunde und Minute; kleine Sekunde, 24-Stunden-Anzeige, Open Heart
Werkhöhe3,90 mm5,67 mm
Frequenz28.800 Halbschwingungen/h; 4 Hz21.600 Halbschwingungen/h; 3 Hz
Lagersteine2421
Vergleich nach [1–4]; Hz-Werte redaktionell umgerechnet. Aktuelle Angaben dürfen nicht ungeprüft auf ältere Ausführungen übertragen werden.

Mehr Lagersteine oder eine höhere Frequenz ergeben allein kein Gesamturteil über Haltbarkeit, Wartungszustand oder Alltagsergebnis. Auch die unterschiedliche Anzeigeanordnung ist für eine Auswahl relevant. Diese Tabelle ist daher eine Orientierung zu Merkmalen, keine Rangliste.

Aus ähnlichen Außenmaßen folgt keine Austauschbarkeit. Für einen Werktausch müssen unter anderem Gehäuseaufnahme, Aufzugswelle, Zifferblatt, Zeiger und Datumsanzeige zur konkreten Ausführung passen. Die Prüfung gehört in fachkundige Hände; die Unterlagen dafür sammelt Uhrwerk tauschen: Was vorher geklärt werden muss.

Leere Vorlage für die eigene Dokumentation

Tragen Sie nur belegte Angaben ein und lassen Sie unbekannte Werte offen. Für Messreihen ergänzt das ausführlichere Uhren-Prüfprotokoll diese kurze Kaliberzuordnung. Herstellerwerte und eigene Messergebnisse bleiben in getrennten Feldern.

1. Uhr / Referenz / behauptetes Kaliber / Beleg der Ausführung: [eintragen]
2. Herstellerunterlage / URL / Fassung / Abrufdatum: [eintragen]
3. Aufzug / Startzeit / bekannte Betriebsbedingungen: [eintragen]
4. Messgerät / Einstellungen / Messlage / Messzeit und Dauer: [eintragen]
5. Eigene Ergebnisse mit Einheiten / getrennte Hersteller-Referenzwerte: [eintragen oder nicht gemessen]
6. Unklare Zuordnung / Abweichungen vom Verfahren / offene Fragen: [eintragen]

English summary

This profile separates current Miyota 9015 specifications from observations of an individual watch. Use the instructions for the actual watch, document measurement conditions and keep catalogue values separate from test results. The 82S7 comparison does not establish interchangeability. No physical sample was tested.

Quellen und Transparenz

[1] MIYOTA: 9015, Produktseite. Funktionen, Bauhöhe, Frequenz, Lagersteine, Gangangabe und ungefähre Laufzeit.

[2] MIYOTA: 9015, Spezifikation, Seiten 1–2. Durchmesser, Hebewinkel und Bedingungen der Gangmessung; aktuell auf der Produktseite verlinkte Fassung.

[3] MIYOTA: Cal. 9015/9019, Instruction manual, Seiten 1–2. Handaufzug, Kronenstellungen, Sekundenstopp und Zeitfenster für die Datumskorrektur.

[4] MIYOTA: 82S7, Produktseite. Aktuelle Angaben zum Vergleich von Anzeigen, Bauhöhe, Frequenz und Lagersteinen.

[5] MIYOTA: Caliber 90 Series, Episode 1. Hersteller-Rückblick: Einführung des 9015 im Jahr 2009.

Redaktioneller Stand: 19. Oktober 2026. Grundlage sind fünf Veröffentlichungen desselben Herstellers, darunter zwei PDF-Unterlagen. Sie sind keine fünf unabhängigen Tests. Checkliste, Vergleich und Hinweise zur Dokumentation sind redaktionelle Einordnungen. Es wurden weder ein eigenes Exemplar noch Gang, Gangreserve oder Bauteilzustand geprüft.

Hinweis zum heutigen Betreiber: Diese Website ist kein offizieller Auftritt des früheren Goldgena-Projekts oder von CODE41. Der heutige Betreiber ist im Handel mit VSF-Replikauhren tätig und mit vsf-kaliber.de verbunden. Die Quellen sind keine Empfehlung dieses heutigen Geschäfts.