Vor einem Uhrwerktausch muss die konkrete Kombination aus Uhr, Ersatzwerk und weiterverwendeten Teilen geklärt sein. Ein ähnlicher Kalibername oder passende Grundmaße sind dafür nur ein Anfang. Sinnvoll ist eine nachvollziehbare Bestätigung durch den beauftragten Fachbetrieb: Welches Werk wird eingebaut, welche Anpassungen gehören dazu und was wird anschließend geprüft?
Quellenstand: 12. Oktober 2026. Grundlage sind Unterlagen von ETA, Sellita und Tissot. Für diesen Beitrag wurde keine Uhr geöffnet, kein Werk eingebaut und keine Austauschbarkeit praktisch geprüft. Die Tabellen und die leere Vorlage dienen der Vorbereitung einer Serviceanfrage.
1. Zuerst klären, was überhaupt ersetzt werden soll
„Werktausch“ und „Revision“ beschreiben nicht automatisch denselben Leistungsumfang. Tissot nennt bei seiner Komplettwartung sowohl die Überholung mit Ersatz verschlissener Komponenten als auch den Austausch des ganzen Werks, falls erforderlich. [5] Daraus folgt keine Austauschregel für andere Marken; es zeigt, warum ein konkretes Angebot genauer sein sollte als die Bezeichnung des Servicepakets.
| Vorgesehener Eingriff | Was vor der Beauftragung feststehen sollte |
|---|---|
| Überholung des vorhandenen Werks | Welche Arbeiten und Ersatzteile vorgesehen sind und welche Prüfungen im Angebot enthalten sind. |
| Austausch des vollständigen Werks | Genaue Bezeichnung, Ausführung und Zustand des Ersatzwerks; welche Anbauteile bleiben und ob Anpassungen nötig sind. |
| Austausch einzelner Teile oder einer Baugruppe | Teilenummern, Varianten und mögliche zusammengehörige Ersatzsätze; der Umfang darf nicht mit einem vollständigen Werktausch verwechselt werden. |
Ob eine reine Gangkorrektur, eine Ursachenprüfung oder eine Überholung zur Diskussion steht, erläutert Uhr regulieren oder Revision. Dieser Beitrag setzt einen vorgeschlagenen Ersatz voraus und konzentriert sich auf dessen Zuordnung und Dokumentation.
2. Gleiche Grundmaße sind keine vollständige Passungsprüfung
ETA nennt für das 2824-2 einen Durchmesser von 25,60 mm und eine Höhe von 4,60 mm. Sellita unterscheidet beim SW200-1 zwischen 25,60 mm Gehäusepassungsdurchmesser und 26,00 mm Gesamtdurchmesser; die Werkhöhe beträgt ebenfalls 4,60 mm. [1][2] Die Maßbezüge müssen beim Vergleich mitgelesen werden.
Diese Angaben sind kein Nachweis, dass jedes ETA 2824-2 in jeder Uhr ohne weitere Prüfung durch ein Sellita SW200-1 ersetzt werden kann. Sie beantworten weder die Frage nach der konkreten Ausführung noch alle Fragen zu Blatt, Zeigern und Gehäuse. Umgekehrt erklärt eine abweichende Maßbezeichnung allein eine Kombination noch nicht für unmöglich.
Die Sellita-Unterlage enthält dafür eigene Angaben zu Gehäuse und Einschalung, Zifferblatt, Zeigerwerkshöhen sowie Stellwelle und Krone. [2] Die folgenden Fragen sind eine redaktionelle Zusammenstellung für das Gespräch mit dem Service, keine Freigabeliste zum Bestellen eines Werks.
| Prüfbereich | Konkrete Frage an den Fachbetrieb |
|---|---|
| Gehäuse und Befestigung | Passen Werkaufnahme, Halterung und Befestigung; bleibt ausreichend Raum für die beweglichen Teile? |
| Aufzugwelle und Krone | Passen Lage, Verbindung und Betätigungsweg zur vorhandenen Krone und zum Gehäuse? |
| Zifferblatt | Sind Auflage, Befestigung und Position der Anzeigen für diese Kombination geprüft? |
| Zeiger | Passen die Zeigeraufnahmen und Höhen; ist der freie Lauf gegenüber Blatt, anderen Zeigern und Glas geklärt? |
| Kalender und Zusatzfunktionen | Entsprechen Fenster, Anzeigen und Bedienung der vorgesehenen Ausstattung? Bei einem Modul: Welche vollständige Kombination wurde geprüft? |
| Ausführung und Teilezuordnung | Welche Variante wird geliefert, und welche weiterverwendeten oder neuen Teile sind dafür bestätigt? |
Lassen Sie Antworten auf die tatsächliche Uhr beziehen. „Gleiche Größe“ ist weniger aussagekräftig als eine benannte Referenz mit Ersatzkaliber, Ausführung und ausdrücklich aufgeführten Anpassungen. Die Unterscheidung zwischen Grundwerk, Modul und vollständigem Aufbau erklärt Basiswerk und Modul.
3. Die Kalibernummer ersetzt keine Variantenangabe
In der ETA-Mitteilung zum 2824-2 sind mehrere Komponenten als Varianten geführt. Für Austauschbarkeit und Varianten verweist ETA auf den zum Kaliber gehörenden B2B-Bereich; für Zeigerwerkshöhen auf eine gesonderte Fabrikantenzeichnung. [3] Diese Verweise sind kein von uns abgerufener Nachweis für eine bestimmte Ersatzteilnummer oder eine konkrete Uhr.
Erfassen Sie deshalb nicht nur den Namen auf einem Angebot, sondern auch den Dokumentstand und die tatsächlich angebotene Ausführung. Falls eine Information nur dem Fachbetrieb zugänglich ist, kann dieser den relevanten Abgleich mit Teilenummer und Datum dokumentieren. Eine unzugängliche Einzelangabe sollte nicht durch Vermutungen ersetzt werden.
Beim Lesen unterstützt Uhrwerk-Datenblatt lesen: Ein Katalogwert, eine technische Zeichnung und ein Nachweis zum gelieferten Exemplar erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Auch bei gleicher Kaliberbezeichnung sollte festgehalten werden, ob ein neues, überholtes oder gebrauchtes Ersatzwerk angeboten wird.
4. Teiletausch und Werktausch getrennt beurteilen
Ein konkretes Beispiel liefert Sellitas Information Nr. 05 zum Übergang SW200 zu SW200-1, Dokumentstand 9. Januar 2019. Sie beschreibt geänderte Zahnprofile an drei Komponenten des Automatiktriebs und verlangt deren gemeinsamen Austausch als Satz. Für die übrigen Komponenten nennt sie Austauschbarkeit zwischen diesen beiden bezeichneten Versionen. [4]
Diese Aussage betrifft den dort beschriebenen Teilevergleich. Sie ist weder eine pauschale Freigabe für beliebige ETA- und Sellita-Teile noch ein Beleg für den vollständigen Einbau in jede Uhr. Fragen Sie bei einem Angebot daher ausdrücklich, ob es um ein ganzes Werk, eine Baugruppe oder Einzelteile geht. Eine passende Aussage auf einer Ebene darf nicht unbemerkt auf die andere übertragen werden.
5. Angebot und Abschlussprüfung gehören zusammen
Für ein verständliches Angebot empfehlen wir, Werkzustand, Arbeitsumfang, Anpassungen, Gesamtpreis und den Umgang mit ausgebauten Teilen vorab festzuhalten. Klären Sie auch, welche Servicezusage für die tatsächlich ausgeführten Arbeiten gilt. Die Servicebedingungen eines Herstellers lassen sich nicht auf eine andere Werkstatt übertragen.
Zur Übergabe sollte erkennbar sein, was geprüft wurde: Bedienung der Krone, Zeigerlauf, vorhandene Kalender- oder Zusatzfunktionen und die vereinbarten Gangkontrollen. Notieren Sie dazu Prüfbedingungen und Ergebnis, nicht nur das Wort „getestet“. Ein kurzer Lauf auf der Werkbank beantwortet beispielsweise keine dokumentierte Frage zur gesamten Laufzeit.
Auch der Zustand des Gehäuses gehört in die Absprache. Tissot führt bei der beschriebenen Komplettwartung die Wiederherstellung der Wasserdichtigkeit mit nötigen Dichtungen auf, soweit technisch möglich und ausreichend. [5] Für eine konkrete Uhr muss geklärt werden, ob und wie sie nach dem Eingriff geprüft wurde. Wasserdichtheitsprüfung verstehen hilft beim Lesen des Berichts; ein neues Werk allein ist kein solcher Nachweis.
6. Vorlage für die Rückfrage beim Service
Die acht Felder können in eine Anfrage oder einen Reparaturauftrag übernommen werden. Tragen Sie keine Bestätigung ein, die noch nicht vorliegt. Antworten des Fachbetriebs, Herstellerunterlagen und eigene Beobachtungen sollten als unterschiedliche Belege erkennbar bleiben.
UNBEFÜLLTE VORLAGE – KEINE BESTÄTIGTE KOMPATIBILITÄT 1. Uhr / Referenz / Bauzeit / vorhandene Unterlagen: ______ 2. Vorhandenes Kaliber / Ausführung / Beleg: ______ 3. Vorgeschlagenes Ersatzwerk / Ausführung / Zustand: ______ 4. Passung von Gehäuse, Halterung, Blatt, Zeigern und Krone: ______ 5. Änderungen / weiterverwendete Teile / offene Punkte: ______ 6. Prüfer / Beleg mit Datum / Umfang der Bestätigung: ______ 7. Gesamtangebot / Umgang mit Altteilen / vereinbarte Leistungen: ______ 8. Abschlussprüfungen / Prüfbedingungen / Ergebnis oder nicht durchgeführt: ______
Für spätere Messungen bietet das Uhren-Prüfprotokoll eine ausführlichere Struktur. Halten Sie den Zeitpunkt des Werktausches fest, damit Werte vor und nach dem Eingriff nicht als durchgehende Reihe desselben Werkzustands erscheinen.
Das Ergebnis dieser Vorbereitung ist eine nachvollziehbare Entscheidung für die konkrete Uhr, keine allgemeine Liste austauschbarer Kaliber. Die ETA-Unterlage ordnet Reparatur und Revision ausdrücklich ausgebildetem Fachpersonal zu. [3] Die vorliegende Checkliste dient der Abstimmung; sie enthält keine Schritte zum Öffnen, Anpassen oder Einbauen.
Quellen und Transparenz
[1] ETA: 2824-2 – Produktbeschreibung. Durchmesser und Werkhöhe; keine Freigabe für den Einbau in eine bestimmte fremde Uhr.
[2] Sellita: Technische Dokumentation SW 200-1 (PDF). Ausgabe 07 vom 02.09.2024, S. 3 und 19–26: Maßbezüge, Gehäuse, Zifferblatt, Zeigerwerkshöhen und Krone.
[3] ETA: Technische Mitteilung 2824-2 (PDF). Version 25 vom 06.10.2022, S. 1, 3–5 und 20: Fachpersonal, Teilevarianten und Verweis auf separate Zeichnungen. Keine artikelbezogene Austauschfreigabe abgerufen.
[4] Sellita: Information Nr. 05 – Evolution SW200 zu SW200-1 (PDF). Dokumentstand 09.01.2019: drei geänderte Komponenten als zusammengehöriger Satz; Aussage nur zu den dort bezeichneten Versionen.
[5] Tissot Deutschland: Übersicht der Serviceleistungen. Komplettwartung kann erforderlichen Werktausch einschließen; Aussagen betreffen den beschriebenen Tissot-Service, keine allgemeine Preis- oder Servicezusage.
Die fünf Quellen wurden am 12. Oktober 2026 gelesen. Die datierten technischen Unterlagen behalten ihren jeweiligen Geltungsbereich; daraus wird keine aktuelle Lieferbarkeit oder Freigabe für ein konkretes Exemplar abgeleitet. Tabellen, Fragen und Vorlage sind redaktionelle Hilfen. Es liegen keine eigenen Einbauversuche oder Prüfberichte zu diesem Beitrag vor.
Hinweis zum heutigen Betreiber: Diese Website ist kein offizieller Auftritt des früheren Goldgena-Projekts oder von CODE41. Der heutige Betreiber ist im Handel mit VSF-Replikauhren tätig und mit vsf-kaliber.de verbunden. Dieser Beitrag enthält keine eigenen Prüfungen solcher Produkte. Die Herstellerquellen sind keine Empfehlung des heutigen Betreibers oder seiner Angebote.