Beim Sellita SW500 erfüllen die kleine Sekunde und der zentrale Stoppsekundenzeiger verschiedene Aufgaben. Wer einen solchen Chronographen abliest oder prüft, sollte zuerst die Anzeigen zuordnen. Dieser Beitrag beschreibt das automatische SW500 anhand von Herstellerunterlagen; ein eigenes Exemplar wurde nicht getestet.
SW500: acht technische Eckdaten
| Merkmal | Dokumentierte Angabe |
|---|---|
| Aufzug | Automatik und Handaufzug |
| Chronographensteuerung | Im Werk integrierter Mechanismus mit Nocken; zwei Drücker |
| Durchmesser | 30,00 mm Gehäusepassung; 30,40 mm Gesamtdurchmesser |
| Werkhöhe | 7,90 mm |
| Frequenz | 28.800 Halbschwingungen pro Stunde; 4 Hz |
| Lagersteine | 25 |
| Gangreserve | Minimum 56 Stunden; typisch 62 Stunden |
| Hebewinkel | 50° |
Vier Anzeigen auseinanderhalten
| Anzeige | Lage im Standardlayout | Aufgabe |
|---|---|---|
| Kleine Sekunde | Bei 9 Uhr | Sekundenanzeige der laufenden Uhr |
| Stoppsekunde | Zentral | Sekunden innerhalb der Zeitmessung, 60-Sekunden-Umlauf |
| Minutenzähler | Bei 12 Uhr | 30-Minuten-Zähler des Chronographen |
| Stundenzähler | Bei 6 Uhr | 12-Stunden-Zähler des Chronographen |
Steht der zentrale Stoppsekundenzeiger auf Null, ist das allein kein Nachweis für eine stehengebliebene Uhr. Zuerst lässt sich prüfen, ob die kleine Sekunde läuft und ob eine Zeitmessung überhaupt gestartet wurde. Umgekehrt zeigt ein bewegter Stoppsekundenzeiger noch nicht, ob alle Zähler korrekt mitlaufen oder die Rückstellung funktioniert.
Beim Ablesen einer längeren Zeitmessung gehört der Stundenzähler dazu. Ein allein betrachteter Minutenzähler kann den gesamten Zeitraum nicht eindeutig beschreiben. Für die Kontrolle ist es hilfreich, Startzustand und alle beteiligten Anzeigen gemeinsam zu notieren, statt nur den großen zentralen Zeiger zu fotografieren.
Start, Stopp und Nullstellung sind eigene Funktionen
Die technische Dokumentation ordnet den Drücker bei 2 Uhr Start und Stopp zu, den Drücker bei 4 Uhr der Nullstellung. Daneben beschreibt sie den Sekundenstopp beim Zeiteinstellen über die Aufzugwelle. [1] Das sind unterschiedliche Bedienfunktionen: Eine angehaltene Zeitmessung ist nicht dasselbe wie eine zur Zeiteinstellung angehaltene Uhr.
Für die Bedienung zuerst die passende Modellanleitung heranziehen, insbesondere zu Drückerverschlüssen und zur zulässigen Reihenfolge. Aus der Angabe „Chronograph“ darf keine Flyback-Funktion abgeleitet werden. Die grundlegende Zuordnung behandelt Chronograph bedienen. Dieser Kalibersteckbrief ersetzt keine Anleitung der fertigen Uhr.
Nockensteuerung und integrierter Aufbau
Die Bezeichnung der Steuerung beantwortet eine andere Frage als die des Aufbaus: „mit Nocken“ beschreibt hier die Steuerung, „integriert“ die Einbindung des Chronographenmechanismus. [1] Daraus entsteht noch kein Qualitätsurteil über eine konkrete Uhr. Ein Blick auf den Kalibernamen ersetzt weder Funktionsprüfung noch Zustandskontrolle.
Für die Begriffe hilft Schaltrad, Kulisse und Kupplung unterscheiden. Den Unterschied zwischen Grundwerk und zusätzlichem Modul erklärt Basiswerk und Modul. Die Beiträge dienen der Einordnung; allein aus ähnlichen Anzeigen folgt keine identische Konstruktion oder Austauschbarkeit.
a, b und c: unterschiedliche Kalenderausstattung
| Automatische Variante | Kalenderausstattung |
|---|---|
| SW500 a | Datum und Wochentag |
| SW500 b | Datum |
| SW500 c | Ohne Kalenderanzeige |
Zusätzlich führt Sellita das SW500 M als Handaufzugsversion mit 7,00 mm Höhe. [2] Das M ist deshalb bei der Zuordnung relevant. Die Parametertabelle oben gilt für das automatische SW500 und sollte nicht unverändert in einen Steckbrief des SW500 M kopiert werden.
Bei einem Angebot ohne genaue Versionsangabe bleiben entsprechende Felder zunächst offen. Ein Foto des Zifferblatts kann bei der Suche helfen, beweist aber nicht allein das verbaute Kaliber. Für eine belastbare Zuordnung sind die Modellreferenz und passende Unterlagen sinnvoll; fehlende Angaben werden nicht durch eine Vermutung ersetzt.
Gangreserve und Zeitwaagenmessung getrennt dokumentieren
Die Begriffe Minimum und typisch in der Parametertabelle dürfen beim Zitieren nicht entfallen. Die Werte stammen aus den genannten Dokumentfassungen; sie belegen nicht automatisch die Spezifikation jeder älteren Uhr mit dieser Kaliberbezeichnung. Ein eigener Laufzeitversuch braucht außerdem einen nachvollziehbaren Ausgangszustand.
Für einen solchen Versuch sollte ausdrücklich festgehalten werden, ob der Chronograph lief oder gestoppt war. So werden Ergebnisse unter unterschiedlichen Bedingungen nicht stillschweigend zusammengeführt. Eine pauschale Zahl dafür, um wie viele Stunden die Zeitmessung die Laufzeit verändert, wird hier nicht behauptet. Das Verfahren erläutert Gangreserve messen.
Für die Gangmessungen nennt Sellita einen Kalender außerhalb des Eingriffs und einen ausgekuppelten Chronographen. Die als 0 h bezeichnete Kontrolle erfolgt laut Unterlage nach ein bis drei Stunden Laufzeit seit Vollaufzug. [1] Diese Vorgaben sind Bedingungen des dokumentierten Prüfverfahrens, keine Beschreibung einer hier durchgeführten Messung.
Wird unter anderen Bedingungen gemessen, sollte dies im Ergebnis sichtbar bleiben. Zum genannten Hebewinkel gehört außerdem die richtige Zuordnung zum Kaliber; seine Rolle erklärt Hebewinkel an der Zeitwaage. Weitere Angaben wie Messlage, Aufzugszustand und Messdauer behandelt Zeitwaagenwerte verstehen. Eine einzelne Anzeige ohne diese Angaben ist schwer mit einem Datenblattwert zu vergleichen.
Sechs Felder für Beobachtung und Quellenzuordnung
Die Vorlage ergänzt das Uhren-Prüfprotokoll. Unbekannte Werte bleiben offen; Beobachtungen werden nicht als Herstellerangaben ausgegeben.
1. Uhr / Referenz / belegtes Kaliber und Variante: [eintragen oder unbekannt] 2. Herstellerunterlage / Fassung / URL / Modellanleitung: [eintragen] 3. Kleine Sekunde und Chronographenzähler: Zuordnung / Beobachtung: [eintragen oder nicht geprüft] 4. Laufzeitversuch: Aufzug / Start / Stillstand / Chronographenzustand: [eintragen oder nicht gemessen] 5. Gangmessung: Gerät / Hebewinkel / Lage / Dauer / Kalender- und Chronographenzustand: [eintragen oder nicht gemessen] 6. Quellenwerte getrennt von eigenen Ergebnissen / offene Fragen: [eintragen]
English summary
Identify the running seconds and chronograph counters separately. Match the calendar variant and winding type to the actual watch documentation. Keep stated running times separate from your own measurements, and record whether the chronograph was engaged. No physical sample was tested for this article.
Quellen und Transparenz
[1] Sellita: SW500, Technische Dokumentation, Version 10 vom 29. März 2023. Deckblatt und Seiten 3, 5–6: Maße, Funktionen, Gangreserve, Hebewinkel und Messbedingungen.
[2] Sellita: Catalogue 2026–2027, gedruckte Seiten 65–68, PDF-Seiten 35–36. SW500, Varianten a/b/c sowie Abgrenzung zur Handaufzugsversion SW500 M; großes PDF.
Redaktioneller Stand: 19. Oktober 2026. Beide Quellen stammen von Sellita und sind keine unabhängigen Produkttests. Hinweise zum Ablesen und Dokumentieren sind redaktionelle Einordnungen. Es werden keine eigenen Gang- oder Laufzeitmessungen, keine geprüfte Austauschbarkeit und kein historischer Goldgena-Einsatz dieses Kalibers behauptet.
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