Seiko 6R31: ohne Datum, 70 Stunden und richtig einstellen

Das Seiko 6R31 ist ein Automatikwerk mit Handaufzug und drei Zeigern, ohne Datumsanzeige. Seiko nennt ungefähr 70 Stunden Laufzeit bei vollständigem Aufzug. [1–2] Für die Bedienung ist besonders wichtig, dass bereits der erste Rastpunkt der Krone zur Zeiteinstellung gehört.

Die folgenden Angaben stammen aus Seikos deutschsprachiger Anleitung für 6R31, 6R35 und 6R38. Dieses Profil behandelt das 6R31; eine eigene Uhr wurde nicht untersucht. Aus einer gemeinsamen Anleitung folgt weder eine Gleichheit aller Funktionen noch eine Freigabe zum Werktausch.

Seiko 6R31: acht dokumentierte Angaben

MerkmalHerstellerangabe
ZeitanzeigeStunde, Minute und zentrale Sekunde
KalenderKeine Datumsanzeige
AufzugAutomatik mit zusätzlichem Handaufzug
Frequenz21.600 Halbschwingungen/h; 3 Hz
Lagersteine24
LaufzeitUngefähr 70 Stunden bei vollständigem Aufzug
Gangangabe−15 bis +25 Sekunden/Tag; beim Tragen zwischen 5 und 35 °C
ZeiteinstellungSekundenstopp am ersten Rastpunkt der Krone
Quellen [1–3]. Die Gangangabe enthält eine Nutzungsbedingung; sie ist kein Ergebnis einer hier durchgeführten Prüfung.

Ohne Datum: den richtigen Abschnitt der Anleitung wählen

Seiko trennt die Einstellung des 6R31/6R38 von der Zeit- und Datumseinstellung des Seiko 6R35. [1, 3] Deshalb sollte eine Anleitung nicht allein nach einem ähnlichen Kalibernamen ausgewählt werden. Beim 6R31 ist kein zweiter Rastpunkt für eine Datumsbedienung aus diesen Unterlagen abzuleiten.

Praktisch bedeutet das: An einer Uhr mit bestätigtem 6R31 sucht man keine versteckte Datumsschnellverstellung und zieht die Krone nicht mit Gewalt weiter. Fehlt der belastbare Kalibernachweis, wird zuerst die vollständige Uhrenreferenz geklärt. Auch ein Zifferblatt ohne Datumsfenster genügt für sich genommen nicht als Identifikation des eingebauten Werks.

Aufziehen und Einstellen in drei Schritten

SchrittBedienung nach SeikoEinordnung
1. Energie zuführenIn Normalstellung langsam im Uhrzeigersinn aufziehen.Die Anleitung nennt an dieser Stelle keine feste Zahl von Kronenumdrehungen.
2. Zeit einstellenKrone am ersten Rastpunkt herausziehen; der Sekundenzeiger hält. Zeiger auf die gewünschte Zeit stellen.Seiko beschreibt das Anhalten bei der 12-Uhr-Marke zum Synchronisieren.
3. Lauf startenKrone passend zur Zeitreferenz zurück in die Normalstellung drücken.Eine vorhandene verschraubte Krone anschließend wieder korrekt sichern.
Bedienung nach [2–3]. Kronenbauart und Einzelheiten der fertigen Uhr müssen zur jeweiligen Modellanleitung passen.

Der Sekundenstopp erleichtert eine reproduzierbare Startmarke für eine Beobachtung. Er garantiert keine anschließende Ganggenauigkeit. Für das Aufziehen einer Automatikuhr sind zudem Anlaufen, ausreichende Energie für den Alltag und nachgewiesener Vollaufzug verschiedene Zustände.

Eine verschraubte Krone ist eine Eigenschaft der fertigen Uhr, keine pauschale Zusage für jedes 6R31-Modell. Auffälliger Widerstand ist kein Anlass, kräftiger zu drehen. Ein Bedienungshinweis darf nicht als Ferndiagnose einer beschädigten Krone oder eines defekten Aufzugs verstanden werden.

70 Stunden bedeuten einen definierten Ausgangszustand

Seiko bezieht die ungefähren 70 Stunden auf vollständigen Aufzug. [2] Eine Uhr, die nur kurz in Gang gesetzt und danach abgelegt wurde, startet möglicherweise unter anderen Bedingungen. Eine kürzere Beobachtungsdauer allein widerlegt die Herstellerangabe daher noch nicht.

Beim Messen der Gangreserve gehören Aufzug, Beginn, Ablage und Stillstand ins Protokoll. Bewegung während des Versuchs verändert bei einer Automatikuhr die Bedingungen. Ein dokumentierter Laufversuch beantwortet eine andere Frage als die Messung des täglichen Vor- oder Nachgangs.

Ganggenauigkeit: Bedingungen und Beobachtungszeit mitlesen

Der Herstellerbereich von −15 bis +25 Sekunden pro Tag ist für das Tragen bei 5–35 °C angegeben. [1] Seiko erläutert außerdem, dass die Bewertung auf täglichen Raten über ungefähr eine Woche beruhen soll und dass unter anderem Tragedauer, Bewegung und Aufzugszustand das Ergebnis beeinflussen. [4] Eine kurze Anzeige auf der Zeitwaage lässt sich damit nicht ohne Weiteres gleichsetzen.

Für die Ganggenauigkeit im Alltag sollten dieselbe Zeitreferenz und klar notierte Beobachtungszeitpunkte verwendet werden. Auffällige Einzeltage bleiben im Verlauf stehen, zusammen mit möglichen Änderungen bei Tragen oder Ablegen. Der Herstellerbereich wird dadurch weder zur Garantie jedes Tages noch zu einer pauschalen Aussage, dass jede Abweichung harmlos sei.

Vier Grenzen der verfügbaren Belege

FrageBelastbare Einordnung
Ist der Werkeinbau belegt?Kaliber aus Uhrenunterlagen und nachvollziehbaren Angaben zum Exemplar zuordnen; die Form des Zifferblatts reicht allein nicht.
Ist ein Zeitwaagenwert vergleichbar?Aufzug, Lage, Gerät und Messdauer nennen. Ein kurzer statischer Wert ersetzt die Wochenbeobachtung nicht.
Sind Einbaumaße und Hebewinkel bekannt?Die hier verwendeten Bedienseiten nennen sie nicht. Keine Werte aus benachbarten Kalibern übernehmen.
Ist ein Ersatzwerk kompatibel?Die gemeinsame Anleitung ist keine Teile- oder Austauschfreigabe; dafür sind passende technische Unterlagen nötig.
Redaktionelle Prüfung der Aussagegrenzen. Offene Angaben sind keine behaupteten technischen Eigenschaften.

Beim Lesen eines Uhrwerk-Datenblatts muss klar bleiben, ob es sich um eine Bedienanleitung, eine Maßzeichnung oder eine technische Prüfvorgabe handelt. Im Uhren-Prüfprotokoll werden deshalb Quellenwerte und eigene Messungen getrennt geführt.

Leere Vorlage für die eigene Dokumentation

Nur belegte Angaben eintragen. Unbekannte Werte bleiben offen; Herstellerwerte und eigene Beobachtungen gehören in getrennte Felder.

1. Uhr / vollständige Referenz / Nachweis für Kaliber 6R31: [eintragen]
2. Passende Anleitung / Kronenbauart / beobachtete Funktion: [eintragen]
3. Aufzug / Startzeit / Trage- und Ablagebedingungen: [eintragen]
4. Zeitreferenz / Beobachtungstage / Abweichung mit Einheit: [eintragen oder nicht gemessen]
5. Gesonderter Laufversuch / Ausgangszustand / Ergebnis: [eintragen oder nicht gemessen]
6. Quellenstand / fehlende technische Angaben / nächste Prüfung: [eintragen]

English summary

The Seiko 6R31 is a three-hand automatic calibre without a date display. Its approximate 70-hour duration assumes full winding. The first crown click stops the seconds for time setting. Rate specifications include wearing and temperature conditions; this article does not report a tested sample.

Quellen und Transparenz

[1] Seiko: 6R31 / 6R35 / 6R38, Technische Daten. Deutschsprachiges Herstellerhandbuch; Funktion, Frequenz, Steine und temperaturbezogene Gangangabe.

[2] Seiko: Aufziehen der Aufzugsfeder. Handaufzug, automatischer Aufzug und Laufzeit nach Vollaufzug.

[3] Seiko: Uhrzeit einstellen, 6R31 / 6R38. Erster Rastpunkt, Sekundenstopp und Rückkehr in die Normalstellung.

[4] Seiko: Genauigkeit von mechanischen Uhren. Beurteilung über etwa eine Woche und Einfluss der Nutzungsbedingungen. Alle vier Handbuchseiten abgerufen am 20. Oktober 2026.

Redaktioneller Stand: 20. Oktober 2026. Grundlage sind Bedienseiten des Herstellers, kein vollständiges Werkstattdatenblatt und kein eigener Langzeittest. Technische Maße oder ein Hebewinkel werden daraus nicht ergänzt. Die Nachweisgrenzen und die Vorlage sind redaktionelle Hilfen.

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