Miyota 8205: Daten, Wochentag, Datum und Sekundenstopp

Das Miyota 8205 ist ein Automatikwerk mit Handaufzug, Datum und Wochentag. Die aktuelle Herstellerseite nennt außerdem einen Sekundenstopp. [1] Für eine ältere Uhr reicht diese heutige Funktionsliste allerdings nicht als Beleg: Miyota beschreibt den Sekundenstopp als spätere Ergänzung der 82er-Serie. [4]

Dieses Profil trennt aktuelle Produktangaben, Bedienhinweise und noch offene Fragen. Grundlage sind die verlinkten Herstellerunterlagen; eine Uhr wurde dafür nicht untersucht oder vermessen.

Miyota 8205: acht Angaben aus den Herstellerunterlagen

MerkmalDokumentierte Angabe
AnzeigenStunde, Minute, Sekunde; Datum und Wochentag
Aufzug / ZeiteinstellungAutomatik und Handaufzug; aktuelle Produktseite nennt Sekundenstopp
Nenngröße / Werkhöhe11½ Linien / 5,67 mm
Frequenz21.600 Halbschwingungen/h; entsprechend 3 Hz
Lagersteine21
Gangabweichung−20 bis +40 Sekunden pro Tag; Messbedingungen mitlesen
GangreserveUngefähr 42 Stunden
Hebewinkel49°
Grunddaten nach [1], Hebewinkel nach [2]. Herstellerangaben, keine eigenen Messergebnisse; Frequenzumrechnung redaktionell.

8205 oder 8215: Kalender und Ausführung prüfen

Das gemeinsame Datenblatt zeigt beim Miyota 8215 ein Datum, beim 8205 zusätzlich den Wochentag. [2] Die Unterscheidung ist für eine Produktbeschreibung nützlicher als eine unspezifische Bezeichnung wie „82er-Automatik“: Sie sagt, welche Kalenderanzeige tatsächlich zugeordnet werden muss.

Auch innerhalb der 8205-Angebote nennt Miyota unterschiedliche Kalendersprachen: 8205-3CE mit Englisch/Chinesisch und 8205-3SE mit Englisch/Spanisch. [1] Das belegt diese gelisteten Ausführungen, nicht die Sprache jeder vorhandenen Uhr. Für einen Kauf oder eine Teileanfrage sollten die genaue Ausführung und die sichtbare Kalenderanzeige festgehalten werden.

Sekundenstopp: heutige Angabe nicht auf jedes ältere Exemplar übertragen

Miyotas Entwicklungsdarstellung erklärt, dass die 82er-Serie ursprünglich ohne Sekundenstopp arbeitete und diese Funktion später ergänzt wurde. [4] Die verwendeten Quellen nennen keinen eindeutigen Stichtag oder Seriennummernbereich, mit dem sich jedes ältere 8205 zuordnen ließe. Ein genaues Umstellungsjahr wird deshalb hier nicht behauptet.

Zur Einordnung hilft die Erklärung zum Sekundenstopp. Eine beobachtete Funktion, eine Herstellerbeschreibung und eine Behauptung des Verkäufers sollten im Prüfvermerk getrennt stehen. Bleibt die Ausführung unklar, ist eine passende Modellunterlage oder Herstellerbestätigung aussagekräftiger als eine Vermutung anhand des Alters.

Datum und Wochentag: widersprüchliche Sperrzeiten offenlegen

Die Anleitung ordnet die Schnellkorrekturen dem ersten herausgezogenen Rastpunkt zu: Datum gegen den Uhrzeigersinn, Wochentag im Uhrzeigersinn. Zur Zeiteinstellung wird der zweite Rastpunkt verwendet. [3] Bei den Warnzeiten stimmen die beiden ausgewerteten PDF-Dateien jedoch nur teilweise überein:

Korrektur / DokumentGenannter Zeitbereich ohne SchnellkorrekturEinordnung
Datum: Spezifikation und Anleitung21:00–01:00 UhrDie beiden Dokumente stimmen für das Datum überein.
Wochentag: Bedienungsanleitung21:00–01:00 UhrZeitangabe im Abschnitt zur Wochentagskorrektur.
Wochentag: Spezifikationsblatt01:00–04:30 UhrAbweichende Zeitangabe in der Zeichnung.
Direkter Vergleich von [2] und [3]. Die Ursache der Abweichung ist durch diese Dokumente nicht geklärt; keine eigene Betriebserprobung.

Aus der Abweichung lässt sich weder ein Druckfehler noch eine bestimmte Werkrevision sicher ableiten. Für die konkrete Uhr sollte die passende Modellanleitung beziehungsweise eine bestätigte Auskunft zur Ausführung herangezogen werden. Bis zur Klärung sollte die Wochentags-Schnellkorrektur in keinem der beiden genannten Zeitbereiche benutzt werden. Das ist eine vorsichtige redaktionelle Empfehlung, keine von Miyota veröffentlichte gemeinsame Sperrzeit.

Die Uhrzeit meint hier den eingestellten Zustand des Uhrwerks, nicht einfach die Tageszeit außerhalb der Uhr. Der Leitfaden zum Einstellen des Datums erläutert diesen Unterschied. Diese Quellenübersicht ersetzt bei unklarer Kalenderstellung keine passende Bedienungsanleitung.

Messwerte nur mit dokumentierten Bedingungen vergleichen

Das Spezifikationsblatt beschreibt die Gangmessung mit Zifferblatt oben, 10–60 Minuten nach Vollaufzug. [2] Der Hebewinkel von 49° gehört zusammen mit Aufzug, Lage und Messdauer in die Aufzeichnung. Ein abweichender Gerätewert sollte zuerst auf seine Einstellungen und Bedingungen geprüft werden; die Tabellenangabe allein ist kein Diagnoseergebnis.

Für die Messung der Gangreserve werden Startzustand und beobachtete Laufdauer separat notiert. „Ungefähr 42 Stunden“ ist ein Herstellerwert, kein hier erzieltes Resultat und keine minutengenaue Grenze für den Zustand einer gebrauchten Uhr.

Vier Punkte für eine belastbare Dokumentation

PrüffrageSinnvoller Eintrag
Welche Ausführung liegt vor?Uhrenreferenz, Werkbeleg, Kalendersprache und zugehörige Unterlage.
Ist der Sekundenstopp belegt?Quellenaussage und gegebenenfalls tatsächliche Beobachtung getrennt erfassen.
Welche Kalenderanweisung gilt?Dokument und Fundstelle nennen; den offenen Widerspruch nicht durch eine Vermutung ersetzen.
Was wurde selbst gemessen?Gerät, Einstellungen, Aufzug, Lage, Zeitraum und Ergebnis oder ausdrücklich „nicht gemessen“.
Redaktionelle Prüfhilfe; die Tabelle enthält keine vorhandenen Stichprobendaten.

Beim Lesen von Werkdatenblättern zählen auch Warnhinweise und die Zuordnung zur einzelnen Variante. Für die Prüfung der Werkherkunft ist eine allgemeine Funktionsähnlichkeit kein ausreichender Beleg. Das Uhren-Prüfprotokoll führt Quellen, Beobachtungen und offene Fragen zusammen.

Leere Vorlage für die eigene Dokumentation

Nur belegte Angaben eintragen. Unbekannte Werte bleiben offen; Herstellerwerte und eigene Beobachtungen gehören in getrennte Felder.

1. Uhr / Referenz / Beleg für Kaliber und Ausführung: [eintragen]
2. Kalenderanzeige / Sprachen / zugehörige Quelle: [eintragen]
3. Sekundenstopp: Quelle / Beobachtung / noch ungeklärt: [eintragen]
4. Kalenderanweisung / Dokument / bestätigte Klärung des Widerspruchs: [eintragen oder offen]
5. Messbedingungen / Ergebnis mit Einheit: [eintragen oder nicht gemessen]
6. Fehlender Nachweis / nächste sinnvolle Prüfung: [eintragen]

English summary

The Miyota 8205 combines automatic and manual winding with day and date displays. The current product page lists hacking, but Miyota describes this as a later addition to the 82 series. Two official PDFs give different restricted periods for weekday correction; the conflict remains unresolved. No sample was tested.

Quellen und Transparenz

[1] Miyota: 8205. Aktuelle Produktseite mit Grunddaten, Kalenderausführungen und Sekundenstopp; abgerufen am 20. Oktober 2026.

[2] Miyota: Spezifikation 8215 / 8205. Zweiseitiges Familienblatt mit Kalenderhinweisen, Hebewinkel und Messbedingungen. Beide Seiten visuell geprüft; kein Ausgabedatum erkennbar.

[3] Miyota: Cal. 8205 Instruction Manual. Zweiseitige Bedienungsanleitung. Die Warnung zur Wochentagskorrektur weicht vom Spezifikationsblatt ab; beide Angaben werden getrennt wiedergegeben.

[4] Miyota: Evolution. Herstellerdarstellung zur Entwicklung der 82er-Serie, darunter das nachträgliche Hinzufügen des Sekundenstopps. Kein genauer Umstellungszeitpunkt für ein bestimmtes 8205-Exemplar daraus abgeleitet.

Redaktioneller Stand: 20. Oktober 2026. Grundlage sind die genannten Miyota-Quellen. Aktuelle Merkmale werden nicht pauschal auf ältere Exemplare übertragen. Der Widerspruch der Kalenderhinweise bleibt ausdrücklich offen. Prüffragen und Vorlage sind redaktionell; eigene Gang-, Laufzeit- oder Kalenderprüfungen liegen nicht vor.

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