Das La Joux-Perret G100 ist ein Automatikwerk mit zentralen Stunden-, Minuten- und Sekundenzeigern sowie Datum. Für seine Einordnung sind vor allem drei Fragen hilfreich: Worauf beziehen sich die 68 Stunden Gangreserve? Welche Maßangabe wird verwendet? Und welche Ausführung steckt in der konkreten Uhr? [1]
Unsere Einschätzung: Das G100 ist für einen Vergleich von Dreizeigerwerken interessant, weil sich seine Laufzeitangaben und Einbaumaße anhand öffentlicher Herstellerunterlagen genauer prüfen lassen. Für eine Kauf- oder Serviceentscheidung sollten deshalb neben dem Kalibernamen auch die Uhrenreferenz und die zugehörige Dokumentfassung feststehen.
Technische Daten mit Quellenbezug
| Merkmal | Dokumentierte Angabe | Einordnung |
|---|---|---|
| Anzeigen | Stunde, Minute, zentrale Sekunde, Datum | G100 mit Kalender; G101 gesondert zuordnen. [1, 3] |
| Aufzug | Automatik, einseitig wirkend; Handaufzug dokumentiert | Rotoraufzug und Kronenaufzug getrennt betrachten. [1, 2] |
| Frequenz | 4 Hz / 28.800 Halbschwingungen pro Stunde | Kein daraus abgeleiteter Genauigkeitswert. [1, 2] |
| Steinzahl | 24 | Herstellerangabe für das beschriebene Kaliber. [1] |
| Werkhöhe | 4,45 mm | Nicht die Bauhöhe der vollständigen Uhr. [1, 2] |
| Durchmesser | 25,6 mm; zusätzlich 26,0 mm in der Produktseite | Maßbezeichnungen und Zeichnung gemeinsam lesen. [1, 2] |
| Gangreserve | Produktseite: 68 h | Abweichende Formulierungen im Technikblatt siehe unten. [1, 2] |
| Sekundenstopp / Hebewinkel | Sekundenstopp vorhanden; 51° im Blatt V.05 | Hebewinkel mit dem tatsächlich vorliegenden Werk abgleichen. [1, 2] |
68 Stunden: Produktangabe und Prüftabelle unterscheiden
Die Produktseite nennt 68 Stunden. Auf Seite 1 des Technikblatts V.05 vom 5. August 2024 steht „68 H maxi.“; die Einstelltabelle auf Seite 4 nennt dagegen „65 H ± 5%“. Diese Formulierungen werden hier getrennt wiedergegeben. Keine davon sollte beim Übertragen in eine eigene Tabelle stillschweigend zu einer garantierten Mindestlaufzeit von 68 Stunden werden. [1] [2]
Für die eigene Beobachtung hilft eine klare Reihenfolge: Uhrenreferenz und Aufzug dokumentieren, Startzeit festhalten, die Uhr ohne erneute Energiezufuhr liegen lassen und das Stillstandsfenster notieren. Ein nach gewöhnlichem Tragen gemessener Restlauf ist nicht automatisch die Gangreserve nach Vollaufzug. Eine passende Anleitung bietet Gangreserve messen.
Wenn ein Ergebnis von der Produktangabe abweicht, zuerst Ausgangszustand und Messablauf prüfen. Für eine Reklamation gehören außerdem die Zusage zur konkreten Uhr und deren Bedingungen in den Vergleich. Eine einzelne Laufzeitmessung bewertet weder die gesamte Kaliberfamilie noch die Gangstabilität während dieser Zeit.
25,6 oder 26,0 mm: Warum der Maßbezug zählt
Die G100-Webseite nennt bei den Abmessungen 25,6 mm und separat 26,0 mm als Einbaudurchmesser. Das Blatt V.05 bezeichnet dagegen 25,6 mm als „Diamètre d’encageage“; seine Zeichnung auf Seite 2 enthält beide Durchmesser. Der praktische Schluss lautet: Für eine Passungsprüfung die gezeichnete Kontur verwenden, nicht nur ein abgeschriebenes Durchmesserfeld. [1] [2]
La Joux-Perret führt eine dimensionale Kompatibilität mit ETA 2824 und SW200 an. Das ist ein Ansatzpunkt für den Vergleich, ersetzt aber nicht die Prüfung von Werkhalter, Aufzugswelle, Zifferblatt, Datumslage und Zeigerhöhen der vollständigen Kombination. Dafür ist die Checkliste zum Uhrwerktausch der passende nächste Schritt. [1]
G100, G101 und die Ausführung einer Marke
La Joux-Perret führt das G101 ohne Datum. Beide Produktseiten nennen dieselbe Werkhöhe, Frequenz und Steinzahl sowie 68 Stunden Gangreserve. Ein geschlossenes Zifferblatt allein identifiziert jedoch noch kein G101: Maßgeblich ist die dokumentierte Kaliberzuordnung der Uhr. [1] [3]
Auch ein gravierter Rotor ersetzt diese Zuordnung nicht. Bei einer Markenuhr lohnt es sich, nach der genauen Werkbezeichnung, der Ausführung und dem vereinbarten Gangmaß zu fragen. Bezeichnungen für die Regulierung sollten mit der passenden Tabelle gelesen werden; eine dekorierte Oberfläche liefert diese Information nicht automatisch. Dazu passt der Überblick zu Qualitätsstufen und Prüfbedingungen.
Drei Angaben, die einen Vergleich brauchbar machen
| Frage | Sinnvoller Nachweis | Was offen bleibt |
|---|---|---|
| Welche Ausführung? | Uhrenreferenz, Kaliberbezeichnung und zugehöriges Datenblatt. | Aus einem Familiennamen allein folgen keine individuellen Gangwerte. |
| Welche Laufzeit? | Wortlaut der Herstellerangabe plus Aufzug und Ablauf einer eigenen Messung. | Restlaufzeit und dokumentierte Vollaufzugsprüfung sind nicht austauschbar. |
| Welche Passung? | Zeichnung mit Maßbezug und Teilezuordnung. | Gleicher Nenndurchmesser bestätigt nicht die vollständige Austauschbarkeit. |
Bei Zeitwaagenaufnahmen sollten Frequenz und Hebewinkel zusammen mit Lage, Aufzugszustand und Messdauer im Datensatz stehen. Das Technikblatt liefert einen Ansatz für die Einstellung; die Messung muss weiterhin dem konkreten Exemplar zugeordnet werden. Die Zusammenhänge erklärt der Beitrag zum Hebewinkel.
Notiz für eine konkrete Uhr
Uhrenreferenz / Exemplar: Dokumentiertes Kaliber / Ausführung: Herstellerquelle / Dokumentversion: Gangreserveangabe mit Wortlaut: Beobachtung mit Aufzug und Zeitangaben: Offene Frage an Marke oder Service:
Wer mehrere Unterlagen zusammenführt, kann die Zuordnung mit Uhrwerk-Datenblätter lesen prüfen und Messungen im Uhren-Prüfprotokoll festhalten.
Quellen und Stand
- [1] La Joux-Perret: G100 – Herstellerseite: Funktionen, Maße, Aufzug und Laufzeitangabe.
- [2] La Joux-Perret: Information habillage – G100, V.05, 05.08.2024 – Herstellerdokument, bereitgestellt von Cousins UK; vier Seiten, insbesondere S. 1–2 und 4.
- [3] La Joux-Perret: G101 – Herstellerseite zur Ausführung ohne Datum.
Redaktioneller Stand: 30. Oktober 2026. Auswertung der genannten Herstellerunterlagen; keine eigene Messreihe an einem G100. Datierte technische Angaben bleiben ihrer jeweiligen Fassung zugeordnet.