ETA 6497-1 und 6498-1: Handaufzug und kleine Sekunde

ETA 6497-1 und 6498-1 sind Handaufzugswerke mit Stunde, Minute und kleiner Sekunde. ETA führt beide unter dem Namen UNITAS. [1–2] Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Anordnung der kleinen Sekunde zur Aufzugwelle. Wer nur auf einen Durchmesser oder ein Zifferblattfoto schaut, kann diese Zuordnung übersehen.

Dieser Beitrag behandelt ausdrücklich die Varianten 6497-1 und 6498-1. Die Werte gelten für die unten genannten Unterlagen, nicht automatisch für andere Suffixe, abgeleitete Kaliber oder jede ältere Uhr. Ein eigenes Exemplar wurde nicht untersucht.

Acht gemeinsame Angaben der dokumentierten -1-Versionen

MerkmalETA 6497-1 und ETA 6498-1
AufzugHandaufzug
AnzeigenStunde, Minute und kleine Sekunde
Werkdurchmesser36,60 mm
Werkhöhe4,50 mm
Frequenz18.000 Halbschwingungen pro Stunde; 2,5 Hz
Lagersteine17
GangreserveMinimum 46 Stunden; typisch 52 Stunden
HebewinkelTypischer Wert: 44°
Gemeinsame Herstellerwerte aus [1–4], keine Messungen an zwei Uhren. Die technischen PDF-Fassungen stammen jeweils aus 2025.

Der gleiche Zahlenwert macht zwei Kaliber nicht zu demselben Werk. Auch die genannten 4,50 mm sind eine Werkhöhe, keine Gehäusehöhe. Bei einer Uhr kommen weitere Bauteile hinzu; für einen Vergleich sollten deshalb Werkmaße und Maße der fertigen Uhr in getrennten Feldern stehen.

Kleine Sekunde bei 9 oder 6 Uhr? Erst die Krone zuordnen

Das Lépine-Schema des 6497-1 zeigt die Krone bei 12 Uhr und die kleine Sekunde bei 6 Uhr. Beim Savonette-/Bracelet-Schema des 6498-1 liegt die Krone bei 3 Uhr, die kleine Sekunde bei 6 Uhr. [3–4] Die unterschiedlichen Ausgangsrichtungen erklären, warum eine isolierte Angabe wie „Sekunde bei 6“ missverständlich sein kann.

KaliberBei Ausrichtung der Krone auf 3 Uhr
ETA 6497-1Kleine Sekunde bei 9 Uhr; sie liegt der Aufzugwelle gegenüber.
ETA 6498-1Kleine Sekunde bei 6 Uhr; gegenüber dem Lépine-Layout anders zur Aufzugwelle angeordnet.
Redaktionelle Übertragung der ETA-Schemata [3–4] auf dieselbe Kronenposition. Gemeint ist das unveränderte Standardlayout; anders orientierte oder umgebaute Uhren sind gesondert zu prüfen.

Die Darstellung ist eine Orientierungshilfe, kein Identitätsnachweis. Ein Hersteller kann eine abweichende Einbaulage wählen, und ein ähnliches Zifferblatt beweist weder ETA-Herkunft noch eine bestimmte Kaliberversion. Für die Zuordnung sollten Uhrenreferenz, dokumentiertes Werk und Anzeigenlayout zusammenpassen. Die Grundlagen der Anzeige erläutert Kleine Sekunde und Zentralsekunde.

Handaufzug: Tragen ersetzt das Aufziehen nicht

Bei diesen Handaufzugswerken ersetzt die Bewegung am Handgelenk den manuellen Aufzug nicht. Auch ein drehender Uhrenbeweger macht daraus kein Automatikwerk. Wie sich Aufzugsart und Geräteaufgabe unterscheiden, behandelt Uhrenbeweger einstellen.

Zum Aufziehen und Zeiteinstellen gehört die passende Anleitung der konkreten Uhr. Aus dem Kalibernamen allein folgt beispielsweise nicht, ob ihre Krone verschraubt ist. Hier wird deshalb weder eine pauschale Zahl von Kronenumdrehungen noch eine allgemeine Bedienfolge für alle Gehäuse vorgegeben.

Frequenz und Hebewinkel richtig übernehmen

Für eine Zeitwaage gehören vollständige Kaliberbezeichnung und Dokumentfassung zum Geräteprofil. Die in der Tabelle genannten 18.000 Halbschwingungen pro Stunde entsprechen 2,5 vollständigen Schwingungen pro Sekunde. Den Zusammenhang und die Einheiten erklärt Uhrwerk-Frequenz verstehen.

Der Hebewinkel ist ein Eingabewert für die Amplitudenberechnung, keine gemessene Amplitude. Ein gespeichertes Profil für ein anderes Werk sollte daher nicht unverändert übernommen werden. Die Rolle dieser Einstellung erläutert Hebewinkel an der Zeitwaage. Zu einem auswertbaren Ergebnis gehören außerdem Messlage, Aufzugszustand, Dauer und Gerät.

Eine niedrigere Frequenz allein beweist weder schlechtere Ganggenauigkeit noch längere Lebensdauer. Solche Aussagen benötigen eine passende Fragestellung und belastbare Ergebnisse. Ohne eigene Untersuchung bleiben die Angaben hier eine Beschreibung der dokumentierten Konstruktion.

46 Stunden Minimum und 52 Stunden typisch

Die technischen Mitteilungen unterscheiden Mindestgangreserve und typische Gangreserve. [3–4] Beim Zitieren muss die jeweilige Kennzeichnung stehen bleiben. „Typisch 52 Stunden“ ist keine Aussage, dass jedes Exemplar unter beliebigen Bedingungen mindestens so lange läuft.

Wer die eigene Uhr prüfen möchte, dokumentiert den Ausgangszustand, das Aufzugsverfahren sowie Start und Stillstand. Während des Versuchs darf ein erneutes Aufziehen nicht unbemerkt in das Ergebnis eingehen. Die Anleitung Gangreserve messen beschreibt die Erfassung. Eine Abweichung erklärt noch nicht, ob Bedienung, Testbedingungen oder der Zustand der Uhr dafür verantwortlich sind.

Ähnliche Maße reichen für einen Austausch nicht aus

Gerade die unterschiedliche Sekundenposition ist bei einem geplanten Austausch relevant: Das vorhandene Zifferblatt und seine Anzeigeanordnung müssen zum Werk passen. Zusätzlich sind unter anderem Befestigung, Aufzugswelle und Zeiger zu prüfen. Der Beitrag Uhrwerk tauschen bündelt diese Fragen. Eine konkrete Austauschbarkeit wurde hier nicht getestet.

Auch sichtbare Verzierungen liefern keinen Ersatz für die Kaliberzuordnung oder einen Zustandsbericht. Was eine Dekoration beschreibt und welche technischen Aussagen sie offenlässt, erläutert Uhrwerk-Finissierung. Diese Trennung ist besonders nützlich, wenn ein Angebot vor allem mit Werkfotos wirbt.

Sechs Felder für Quellen und eigene Beobachtungen

Die kurze Vorlage ergänzt das Uhren-Prüfprotokoll. Unbekannte Felder bleiben offen; Herstellerwerte und eigene Ergebnisse werden getrennt erfasst.

1. Uhr / Referenz / vollständiges Kaliber einschließlich Suffix / Beleg: [eintragen]
2. Kronenposition / Position der kleinen Sekunde / dokumentierte Einbaulage: [eintragen]
3. Technische Unterlage / Fassung / Datum / passende Modellanleitung: [eintragen]
4. Quellenwerte: Minimum / typische Gangreserve / Frequenz / Hebewinkel: [eintragen]
5. Eigener Versuch: Aufzug / Start / Stillstand beziehungsweise Messlage und Dauer: [eintragen oder nicht gemessen]
6. Eigene Ergebnisse / Geräteeinstellungen / offene Zuordnungsfragen: [eintragen oder nicht geprüft]

English summary

This profile covers the 6497-1 and 6498-1 versions. Compare the small-seconds layout only after fixing the crown orientation. Shared dimensions do not prove interchangeability. Keep catalogue specifications separate from measurements of an individual watch. No physical sample was tested.

Quellen und Transparenz

[1] ETA: Produktinformation 6497-1 UNITAS. Handaufzug, Anzeigen und Lépine-Zuordnung; abgerufen am 19. Oktober 2026.

[2] ETA: Produktinformation 6498-1 UNITAS. Handaufzug, Anzeigen und Savonnette-/Hunter-Zuordnung; abgerufen am 19. Oktober 2026.

[3] ETA: Technische Mitteilung 6497-1, CT 6497-1 FDE 482160 13 vom 15. April 2025. PDF-Seite 1: Maße, Gangreserve, Frequenz, Lagersteine, Hebewinkel und Lépine-Schema.

[4] ETA: Technische Mitteilung 6498-1, CT 6498-1 FDE 482382 12 vom 6. Mai 2025. PDF-Seite 1: Maße, Gangreserve, Frequenz, Lagersteine, Hebewinkel und Savonette-/Bracelet-Schema.

Redaktioneller Stand: 19. Oktober 2026. Grundlage sind vier Veröffentlichungen von ETA, keine vier unabhängigen Tests. Die Übertragung der Schemen auf eine gemeinsame Kronenposition und die Hinweise zur Dokumentation sind redaktionelle Einordnungen. Es werden keine eigenen Messwerte oder ein historischer Goldgena-Einsatz dieser Kaliber behauptet.

Hinweis zum heutigen Betreiber: Diese Website ist kein offizieller Auftritt des früheren Goldgena-Projekts oder von CODE41. Der heutige Betreiber ist im Handel mit VSF-Replikauhren tätig und mit vsf-kaliber.de verbunden. Die Quellen sind keine Empfehlung dieses heutigen Geschäfts.