Ein grünes „Bestanden“ auf einem Prüfgerät kann ein nützlicher Beleg sein. Entscheidend ist, welcher Test an welcher Uhr durchgeführt wurde. Ohne diese Zuordnung lässt sich weder der Prüfumfang nachvollziehen noch eine verlässliche Aussage für das eigene Exemplar ableiten.
Materialbasis: Herstellerinformationen von Witschi und Seiko. Für diesen Beitrag wurde keine Uhr auf Wasserdichtheit geprüft. Die Checkliste ist eine redaktionelle Hilfe zum Lesen von Berichten, keine Bescheinigung und keine Anleitung für einen Druckversuch zu Hause.
Drei unterschiedliche Angaben auseinanderhalten
Die Gehäuseangabe beschreibt die Kennzeichnung der Uhr. Ein Prüfbericht dokumentiert einen durchgeführten Test am zugeordneten Exemplar. Die Gebrauchsanleitung beschreibt die vom Hersteller vorgesehenen Bedingungen der Nutzung. Ein vollständiger Bericht ergänzt diese Informationen; er ersetzt nicht automatisch die übrigen Unterlagen.
Seiko verweist für die Nutzung seiner Uhren auf deren Kennzeichnung und Bedienungsanleitung. Der britische Seiko-Service erläutert außerdem, dass eine Druckangabe in bar nicht als unmittelbar nutzbare Tauchtiefe gelesen werden soll. [2, 3] Eine Zahl auf einem Prüfprotokoll wird deshalb hier nicht pauschal in eine Erlaubnis zum Schwimmen oder Tauchen übersetzt.
Was eine trockene Dichtheitsprüfung misst
Beim Witschi ProofMaster PRO erfolgt der Test mit Luft. Das Gerät analysiert die Verformung des Uhrengehäuses unter Unterdruck und/oder Überdruck und berücksichtigt dessen Verformungsverhalten. Es prüft die Dichtheit damit indirekt; die Uhr wird für diesen Test nicht in Wasser eingetaucht. [1]
Witschi nennt für dieses Gerät einstellbare Programme mit Druckstufen, Messzeit und Grenzwert sowie die Anzeige von Verformung, Leckrate und Bestanden/Nicht bestanden. [1] Für die Beurteilung eines Berichts ist daher relevant, welches Programm tatsächlich lief. Der maximale Druckbereich eines Geräts beweist nicht, dass eine einzelne Uhr bei diesem Maximaldruck geprüft wurde.
Die hier beschriebene Funktionsweise gehört zum genannten Gerätetyp. Andere Verfahren und Geräte können anders arbeiten. Wenn im Bericht nur „Wassertest“ steht, fragen Sie nach der Methode. Aus dem Wort allein lassen sich Prüfmedium, Ablauf oder Bewertungsmaßstab nicht rekonstruieren.
Checkliste: Was sich im Bericht zuordnen lassen sollte
Die folgende Übersicht ist unser Vorschlag für eine nachvollziehbare Dokumentation. Nicht jedes Gerät zeigt alle Angaben auf demselben Bildschirm. Ein vollständiger Ausdruck, ein Export oder ergänzende Angaben der Werkstatt können die fehlenden Informationen liefern.
| Angabe | Praktische Rückfrage |
|---|---|
| Exemplar | Welche konkrete Uhr wurde geprüft? Stimmen Kennung, Modell und zugehöriges Foto überein? |
| Zeitpunkt und Prüfstelle | Wann und von wem wurde der Test durchgeführt? |
| Verfahren und Gerät | Welches Messprinzip, Gerätemodell und Prüfprogramm wurden verwendet? |
| Druckstufen | Welche Stufen wurden tatsächlich durchlaufen? Sind Einheit und Vorzeichen erhalten? |
| Ablauf und Zeiten | Welche Mess- und gegebenenfalls Stabilisierungszeiten wurden verwendet oder automatisch bestimmt? |
| Bewertung | Welcher Grenzwert oder welche Programmeinstellung liegt dem Ergebnis zugrunde? Welche Werte gibt das Gerät aus? |
| Zustand der Uhr | Wie waren Krone und Drücker geschlossen? Lag der Test vor oder nach den letzten Arbeiten am Gehäuse? |
| Vollständiger Beleg | Sind alle Teststufen, Warnungen und Wiederholungen enthalten und derselben Uhr zugeordnet? |
Wie weit ein „Bestanden“ trägt
Ein nachvollziehbares positives Ergebnis betrifft den dokumentierten Ablauf und den Zustand der Uhr zu diesem Zeitpunkt. Nicht dokumentierte höhere Drücke, andere Bedienzustände oder weitere Exemplare sind dadurch nicht mitgeprüft. Eine zugeschnittene Bildschirmaufnahme mit einem Ergebniswort reicht für solche zusätzlichen Aussagen nicht aus.
Fehlen Druckstufen oder eine eindeutige Zuordnung, liegt zunächst eine Dokumentationslücke vor. Das beweist für sich genommen keine Undichtigkeit. Fordern Sie den vollständigen Bericht an, bevor Sie das Ergebnis bewerten. Auch ein nicht bestandener oder abgebrochener Durchlauf sollte mit seiner genauen Meldung erhalten bleiben, statt nur durch ein späteres positives Foto ersetzt zu werden.
Als Formulierung für einen belegten Test eignet sich beispielsweise: „Das Exemplar [Kennung] bestand am [Datum] das dokumentierte Prüfprogramm [Bezeichnung] mit den Druckstufen [Angaben]. Der vollständige Bericht ist beigefügt.“ Die Platzhalter sind keine Messergebnisse. Ohne entsprechende Belege sollte daraus weder eine Prüfung nach einer bestimmten Norm noch eine Zertifizierung gemacht werden.
Warum ein alter Bericht nicht unbegrenzt aktuell bleibt
Seiko weist darauf hin, dass Wasserdichtheit nicht dauerhaft garantiert ist: Dichtungen altern, und Stöße können Bauteile verformen. [2] Deshalb zählt neben dem Datum auch, was seit der Prüfung mit der Uhr geschehen ist.
Für die Dokumentation folgt daraus: Wurde das Gehäuse nach dem Test geöffnet oder wurden dichtungsrelevante Teile bearbeitet, sollte ein Bericht aus der Zeit davor nicht als Nachweis des Zustands nach dem Eingriff präsentiert werden. Halten Sie die Reihenfolge von Arbeiten und Prüfung fest. Bei unklarer Vorgeschichte kann eine Werkstatt beurteilen, welches Prüfverfahren für die Uhr geeignet ist.
Zur Nutzung gehören außerdem die Hinweise des jeweiligen Herstellers zur Bedienung von Krone und Drückern. Die hier zitierten Seiko-Hinweise betreffen Seiko-Uhren; sie werden nicht als universelle Freigabe für andere Marken oder ähnlich aussehende Gehäuse verwendet. [3]
Für die Planung weiterer Kontrollen erläutert Uhr-Revision: Wie oft ist eine Wartung sinnvoll? den Unterschied zwischen Werkservice und Wasserdichtheitsprüfung anhand von Herstellerbeispielen. Die dortige Planungsvorlage hält beide Vorgänge mit ihren jeweiligen Belegen getrennt fest.
Dichtheit, Gang und Laufzeit getrennt belegen
Ein Dichtheitsbericht beantwortet eine andere Frage als eine Gangmessung oder ein Laufzeittest. Ein positives Ergebnis in einem Bereich ersetzt die Dokumentation der anderen Bereiche nicht. Zum Lesen von Gangdaten dient Zeitwaage verstehen; die Laufzeit nach dem Aufziehen behandelt Gangreserve messen.
Quellen und Transparenz
[1] Witschi: ProofMaster PRO. Primärquelle zum Messprinzip, zu Programmeinstellungen und Ergebnisanzeigen dieses Geräts. Keine Kaufempfehlung und kein Nachweis einer hier durchgeführten Prüfung.
[2] Seiko Watch Corporation: Water Resistance. Herstellerhinweise zur Einordnung der Kennzeichnung und zur Veränderung der Wasserdichtheit durch Alterung oder Beschädigung.
[3] Seiko UK Service: FAQ & Watch Care, Abschnitt „How water resistant is my watch?“. Hinweise zur Modellanleitung und zur Abgrenzung von Prüfdruck und Nutzung. Quellen aufgerufen am 10. Oktober 2026.
Hinweis zum heutigen Betreiber: Diese Website ist kein offizieller Auftritt des früheren Goldgena-Projekts oder von CODE41. Der heutige Betreiber ist im Handel mit VSF-Replikauhren tätig und mit vsf-kaliber.de verbunden. Dieser Beitrag erteilt keine Wasserdichtheitszusage für angebotene Uhren und enthält keine eigenen Prüfergebnisse. Redaktioneller Stand: 10. Oktober 2026.