Seiko 7S26 und 7S36 sind Automatikwerke mit Datum und Wochentag, ohne Handaufzug über die Krone und ohne Sekundenstopp. Die verwendeten Seiko-Unterlagen nennen 21 Steine für das 7S26 und 23 für das 7S36. [1–2] Mehr Steine allein belegen weder eine höhere Ganggenauigkeit noch einen besseren Zustand einer konkreten Uhr.
Dieses Profil vergleicht die dokumentierten Funktionen und erklärt zwei typische Lesefehler: In einer gemeinsamen Anleitung gelten nicht alle Abschnitte für alle Kaliber; die Eigenschaften einer fertigen Taucheruhr werden nicht zu universellen Eigenschaften ihres Werks. Eigene Messungen oder eine Werkstattprüfung liegen nicht vor.
Seiko 7S26 und 7S36: acht Vergleichspunkte
| Merkmal | 7S26 / 7S36 |
|---|---|
| Anzeigen | Beide: Stunde, Minute, Sekunde; Datum und Wochentag |
| Aufzug | Beide: automatisch durch Bewegung |
| Handaufzug über die Krone | Bei beiden nicht vorgesehen |
| Sekundenstopp beim Zeitstellen | Bei beiden nein |
| Frequenz | Beide: 21.600 Halbschwingungen/h; 3 Hz |
| Lagersteine | 7S26: 21; 7S36: 23 |
| Laufdauer | Quellen nennen rund 40 h beziehungsweise mehr als ungefähr 41 h; siehe Einordnung unten. |
| Datum-/Wochentags-Schnellkorrektur | Bei beiden nicht zwischen 21:00 und 04:00 Uhr |
Kein Handaufzug und kein Sekundenstopp: die richtige Kaliberzeile lesen
In der Taucheruhren-Anleitung stehen Startanweisungen für 7S-Werke neben einem eigenen Abschnitt für 4R35/4R36 mit Handaufzug. Auch der dort beschriebene Sekundenstopp ist diesen 4R-Kalibern zugeordnet. [2] Wer nur die benachbarte Zeichnung übernimmt, kann daraus eine falsche Bedienanweisung für das 7S26 oder 7S36 machen.
Das Profil zu Seiko 4R35 und 4R36 behandelt diese Werke separat. Ebenso ist das NH36A eine eigene Kaliberbezeichnung mit eigenen Unterlagen. Eine ähnliche Zifferblattanzeige begründet weder gleiche Bedienfunktionen noch eine geprüfte Austauschbarkeit.
Bei 7S26/7S36 läuft die Sekunde während der Zeiteinstellung weiter. [1] Das ist bei diesen dokumentierten Werken kein fehlgeschlagener Sekundenstopp. Hier wird keine Ersatzmethode durch Gegendruck auf die Krone empfohlen.
Eine stehende Uhr starten, ohne Vollaufzug zu behaupten
Seikos Taucheruhren-Anleitung beschreibt für die betreffende 7S-Gruppe ein sanftes seitliches Bewegen in horizontalem Bogen für ungefähr 30 Sekunden zum Starten. [2] Diese Startanweisung ist keine Bestätigung eines erreichten Vollaufzugs. Ein angelaufenes Werk und eine vollständig aufgezogene Feder sind unterschiedliche Ausgangszustände.
Der Leitfaden zum Aufziehen einer Automatikuhr hilft, die jeweils vorhandene Aufzugsmöglichkeit zu unterscheiden. Eine Krone darf nicht mit dem Ziel eines Handaufzugs bedient werden, nur weil dies bei einem anderen Automatikwerk funktioniert. Bei einer verschraubten Krone sind zusätzlich die modellbezogenen Hinweise der Uhr zu beachten.
Rund 40 oder mehr als ungefähr 41 Stunden?
| Quelle oder Beobachtung | Aussage | Was daraus folgt |
|---|---|---|
| Allgemeine Anleitung [1] | Ungefähr 40 Stunden nach Vollaufzug für die 7S25/7S26/7S36-Gruppe. | Diese Formulierung gehört zu diesem Faltblatt. |
| Taucheruhren-Anleitung [2] | Spezifikation: mehr als ungefähr 41 Stunden für die dort genannte Gruppe einschließlich 7S26/7S36. | Diese Formulierung gehört zu dieser Anleitung. |
| Eigene Uhr | In diesem Artikel nicht gemessen. | Startzustand, Startzeit und Stillstand müssten getrennt aufgezeichnet werden. |
Die Differenz wird weder einem bestimmten Produktionsjahr noch einer Revision zugeschrieben. Wer die Gangreserve selbst misst, sollte zuerst die verwendete Referenz und die Aufzugsmethode festlegen. Ein Herstellerwert ist kein bereits gemessener Wert der eigenen Uhr; aus einer abweichenden Laufzeit allein ergibt sich noch kein vollständiger Servicebefund.
Datum und Wochentag: Bedienrichtung nicht von 4R übernehmen
Für 7S26/7S36 nennt die Taucheruhren-Anleitung am ersten herausgezogenen Rastpunkt die Datumskorrektur im Uhrzeigersinn und die Wochentagskorrektur gegen den Uhrzeigersinn. Beide sollen zwischen 21:00 und 04:00 Uhr unterbleiben. Der zweite Rastpunkt dient der Zeiteinstellung. [2] Entscheidend ist der eingestellte Kalenderzustand der Uhr.
Die Einführung zum Einstellen des Datums erläutert Tageshälfte und Kalenderwechsel. Gerade in einer Sammelanleitung müssen Kaliberüberschrift und Bediengrafik zusammen gelesen werden. Ein Verweis auf „die Seiko-Anleitung“ ohne konkrete Zuordnung ist dafür zu ungenau.
Eine 200-Meter-Angabe gehört zur vollständigen Uhr
Die zweite Quelle beschreibt Taucheruhren und nennt dafür eine Wasserdichtheit bis 200 Meter. [2] Daraus folgt keine entsprechende Eigenschaft jeder Uhr mit 7S26 oder 7S36. Gehäuse, Dichtungen und der aktuelle Zustand sind nicht allein durch die Kalibernummer beschrieben. Für eine vorhandene Uhr ist ein passender Nachweis zur Wasserdichtheitsprüfung erforderlich, wenn ihr heutiger Zustand beurteilt werden soll.
Vier Nachweise für eine konkrete Uhr
| Prüffrage | Benötigte Information |
|---|---|
| Ist das Kaliber sicher zugeordnet? | Uhrenreferenz, nachvollziehbarer Kaliberbeleg und passende Anleitung. |
| Welche Funktion wird beurteilt? | Aufzug, Zeiteinstellung oder Kalenderkorrektur mit genauem Quellenabschnitt. |
| Was sagt die Laufzeitbeobachtung? | Aufzugsmethode, Zeitraum, Bedingungen und tatsächliches Ergebnis; fehlende Daten kennzeichnen. |
| Werkangabe oder Eigenschaft der ganzen Uhr? | Kaliberdaten getrennt von Gehäuseangaben und aktuellem Prüfbericht erfassen. |
Im Uhren-Prüfprotokoll bleibt Platz für diese Unterscheidungen. Revisionsbuchstaben, Bauteilkompatibilität oder ein Hebewinkel werden hier nicht ergänzt, solange dafür keine passende technische Quelle ausgewertet wurde.
Leere Vorlage für die eigene Dokumentation
Nur belegte Angaben eintragen. Unbekannte Werte bleiben offen; Herstellerwerte und eigene Beobachtungen gehören in getrennte Felder.
1. Uhr / Referenz / Beleg für 7S26 oder 7S36: [eintragen] 2. Verwendete Anleitung / Seite / zutreffende Kalibergruppe: [eintragen] 3. Bedienfrage / Kalenderzustand / passende Anweisung: [eintragen] 4. Aufzugsmethode / Beobachtungszeitraum / gemessene Laufdauer: [eintragen oder nicht gemessen] 5. Werkdaten / Gehäuseangaben / heutiger Prüfbericht getrennt: [eintragen oder nicht vorhanden] 6. Offene Frage / fehlender Nachweis / nächste Prüfung: [eintragen]
English summary
Seiko 7S26 and 7S36 provide automatic winding, day and date, but no crown-operated manual winding or hacking. Shared manuals must be read by calibre group. The two official booklets use different running-time wording. A diver watch rating is not a universal property of the movement. No sample was tested.
Quellen und Transparenz
[1] Seiko: allgemeine Anleitung für mehrere Automatikkaliber, darunter 7S26 / 7S36. Zweiseitiges Faltblatt mit englischem und japanischem Text. Englische Seite gelesen und visuell geprüft; hier werden nur ausdrücklich zugeordnete 7S-Angaben verwendet.
[2] Seiko: englische Taucheruhren-Anleitung für 4R- und 7S-Kaliber. 10 PDF-Seiten; gedruckte Seiten 8–11 und 18 auch visuell geprüft. Gemeinsame Anleitung, deren Funktionen nach Kaliber und deren Gehäuseangaben nach Uhrenmodell zu unterscheiden sind. Abgerufen am 20. Oktober 2026.
Redaktioneller Stand: 20. Oktober 2026. Grundlage sind die beiden Seiko-Anleitungen. Unterschiede zwischen Kalibergruppen und zwischen Laufzeitformulierungen bleiben sichtbar. Die deutschen Erläuterungen, Prüffragen und Vorlage sind redaktionell. Es wurden keine Gang-, Laufzeit-, Dichtheits- oder Austauschprüfungen durchgeführt.
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