Miyota 90S5: Open Heart, Aufzug und Messbedingungen

Das Miyota 90S5 ist ein Automatikwerk mit drei zentralen Zeigern und Open-Heart-Ausführung. MIYOTA beschreibt einen Einblick durch ein kleines Zifferblattfenster. [1] Für die Beurteilung einer Uhr sind der sichtbare Ausschnitt, die dokumentierte Funktion und eine tatsächliche Messung getrennte Fragen.

Dieses Profil wertet Herstellerunterlagen aus. Es wurde kein eigenes Exemplar geöffnet, reguliert oder im Alltag getestet. Die Bezeichnung der Produktreihe ist daher keine Bewertung der Qualität einer bestimmten angebotenen Uhr.

Miyota 90S5: acht Herstellerangaben

MerkmalDokumentierte Angabe
AnzeigeStunde, Minute und zentrale Sekunde; Open Heart
Aufzug / ZeiteinstellungAutomatik und Handaufzug; Sekundenstopp
Nenngröße11½ Linien
Werkhöhe3,90 mm
Frequenz28.800 Halbschwingungen/h; 4 Hz
Lagersteine24
GangreserveUngefähr 42 Stunden
Gangbereich−10 bis +30 Sekunden/Tag; Messbedingungen beachten
Quellen [1–2]. Die Werte beschreiben das Kaliber und sind keine Ergebnisse eines hier geprüften Exemplars.

Was ein Open-Heart-Fenster aussagt

Ein Fenster kann die Bewegung eines sichtbaren Bauteils zeigen. Es beantwortet aber nicht, wie die Uhr über einen Tragetag läuft, wie lange sie nach definiertem Aufzug weiterläuft oder welche Wartung sie erhalten hat. Auch die Frage nach einer vollständigen Skelettierung muss getrennt geprüft werden; ein Ausschnitt allein reicht dafür nicht.

Der Leitfaden Skelettuhr und Open Heart ordnet die Begriffe ein. Beim Vergleich mit den vorhandenen Profilen zum Miyota 9039 oder Miyota 8N24 sollte zuerst klar sein, ob Anzeigen, Werkaufbau, Höhe oder ein gemessener Zustand verglichen werden. Ein ähnliches Foto ist kein Nachweis für dasselbe Werk.

Anlaufen und Vollaufzug: zwei unterschiedliche Angaben

SituationHerstellerhinweisEinordnung
Uhr anlaufen lassenAnleitung: in Stellung A 15–20-mal im Uhrzeigersinn aufziehen, bis die Sekunde natürlich anläuft. [3]Anlaufen bestätigt noch keine vollständig gespeicherte Energie.
Vollaufzug als MessvorbereitungInformationsblatt: für die 90/91-Serie 40 Kronenumdrehungen. [2]Referenz für die Vorbereitung, keine tägliche Pflicht.
Zeiger stellenAnleitung: Stellung B zum Einstellen der Zeit. [3]Anschließend die Krone in die Betriebsstellung zurückführen; Uhrenanleitung beachten.
Die Zahlen dienen unterschiedlichen Zwecken und werden nicht zu einer gemeinsamen Aufzugsvorgabe zusammengezogen.

Für eine vorhandene Uhr gilt zusätzlich die Anleitung zu ihrer Referenz, zum Beispiel für das Entriegeln einer verschraubten Krone. Auffälliger Widerstand ist kein Anlass, eine Zahl um jeden Preis zu erreichen. Automatikuhr aufziehen hilft, Bedienung, Ausgangszustand und Beobachtung zu dokumentieren.

51° Hebewinkel und klar bezeichnete Messlagen

Das Spezifikationsblatt nennt 51° Hebewinkel. Die Gangmessung soll 10–60 Minuten nach Vollaufzug mit dem Zifferblatt nach oben erfolgen. Für den Lagevergleich werden Zifferblatt oben sowie 6, 9 und 3 Uhr oben gezeigt; als Lagedifferenz wird unter 30 Sekunden angegeben. [2]

Der Hebewinkel an der Zeitwaage gehört ins Protokoll, damit eine Amplitudenanzeige nachvollziehbar bleibt. Die Lageabweichung einer Uhr ist wiederum etwas anderes als die Abweichung über einen Tag. Ein einzelner Bildschirmwert darf nicht stillschweigend beide Aussagen ersetzen.

Für einen eigenen Laufzeitversuch nach Gangreserve messen muss außerdem erkennbar sein, ob die Uhr während des Versuchs weiter aufgezogen wurde. Der ungefähre Herstellerwert ist kein von uns bestätigtes Ergebnis und wird hier nicht in einen garantierten Mindestwert umbenannt.

Vier Fragen an Fotos und Messunterlagen

Vorliegender EindruckWas zusätzlich geklärt werden sollte
Sichtbare Bewegung im ZifferblattfensterWelches Bauteil ist zu sehen, und wie ist das Kaliber belegt?
Flach wirkendes GehäuseWelche Höhe gehört zum Werk und welche zur vollständigen Uhr?
Günstiger einzelner ZeitwaagenwertMit welcher Lage, Vorbereitung und Geräteeinstellung wurde er ermittelt?
Genannte LaufzeitHandelt es sich um eine Herstellerangabe oder einen dokumentierten eigenen Versuch?
Redaktionelle Prüffragen; keine zusätzlichen Leistungszusagen des Herstellers.

Das Uhren-Prüfprotokoll hält die Antworten zusammen. Wenn ein Beleg fehlt, ist ein offenes Feld hilfreicher als eine plausible Ergänzung aus einem anderen Kaliberprofil.

Leere Vorlage für die eigene Dokumentation

Nur belegte Angaben eintragen. Unbekannte Werte bleiben offen; Herstellerwerte und eigene Beobachtungen gehören in getrennte Felder.

1. Uhr / Referenz / Kaliberbezeichnung / Beleg: [eintragen]
2. Sichtbarer Ausschnitt / Foto / tatsächlich belegtes Bauteil: [eintragen]
3. Passende Anleitung / Kronenstellung / Aufzugsvorbereitung: [eintragen]
4. Gerät / Frequenz / Hebewinkel / Lage / Messzeitpunkt: [eintragen]
5. Eigene Gang- oder Laufzeitbeobachtung / Dauer / Einheit: [eintragen oder nicht gemessen]
6. Vergleichsquelle / fehlende Angaben / weitere Prüfung: [eintragen]

English summary

This 90S5 profile separates the open-heart view from evidence of performance. Starting the movement and preparing it fully wound are different operations. Record the source, lift-angle setting, position and preparation before comparing measurements. No physical sample was tested.

Quellen und Transparenz

[1] MIYOTA: 90S5, Produktseite. Funktionen und Herstellerwerte; abgerufen am 20. Oktober 2026.

[2] MIYOTA: 90S5, Specification. Zwei Seiten: technische Werte sowie Hinweise zu Aufzug und Messlagen. Kein Versionsdatum im gelesenen Dokument erkennbar.

[3] MIYOTA: Cal. 90S5, Instruction Manual. Kronenstellungen A/B und Aufziehen zum Anlaufen; kein Versionsdatum im gelesenen Dokument erkennbar.

Redaktioneller Stand: 20. Oktober 2026. Die Angaben stammen von MIYOTA; drei Veröffentlichungen desselben Herstellers sind keine drei unabhängigen Tests. Die Prüffragen und die Vorlage sind redaktionelle Hilfen. Es gibt keine eigenen Gang-, Laufzeit- oder Einbauversuche.

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