Seiko 6R35: Gangreserve, Genauigkeit und Datum einordnen

Das Seiko 6R35 ist ein Automatikwerk mit Handaufzug, Datum und Sekundenstopp. Seiko nennt ungefähr 70 Stunden Laufzeit nach Vollaufzug. [1–3] Die Gangangabe muss zusammen mit ihren Bedingungen gelesen werden: Sie ist kein bereits gemessenes Ergebnis der Uhr, die gerade vor Ihnen liegt.

Dieser Beitrag wertet Herstellerunterlagen aus. Es wurde kein eigenes 6R35 untersucht; weder Laufzeit noch Gang oder Teilezustand sind hier durch ein Prüfmuster belegt.

Seiko 6R35: acht Angaben und ihr Bezug

MerkmalDokumentierte Angabe
AnzeigenZentrale Stunde, Minute und Sekunde; Datum
AufzugAutomatik mit Handaufzug
Frequenz21.600 Halbschwingungen/h; 3 Hz
Lagersteine24
LaufzeitUngefähr 70 Stunden nach Vollaufzug
Gangangabe−15 bis +25 Sekunden pro Tag
Bedingung der GangangabeAm Handgelenk getragen, Temperaturbereich 5–35 °C
SekundenstoppIn der zweiten herausgezogenen Kronenstellung
Quellen [1–3]. Hz redaktionell umgerechnet. Bedingungen und ungefähre Angaben gehören zu den Werten.

Die Gangangabe ist kein Grenzwert für jede kurze Messung

Seiko weist darauf hin, dass Nutzung, Temperatur, Bewegung und Aufzugszustand das tatsächliche Ergebnis beeinflussen können. [1] Eine Zeitwaagenaufnahme mit unbekannter Vorbereitung lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres mit der auf das Tragen bezogenen Herstellerangabe gleichsetzen.

Vor einer Bewertung sollte die Frage feststehen: Geht es um den Gang in einer bestimmten Lage, um eine Veränderung im Verlauf der Gangreserve oder um die Abweichung beim Tragen? Ein Protokoll mit unterschiedlichen Verfahren braucht auch getrennte Ergebnisfelder. Ganggenauigkeit im Alltag erklärt die Beobachtung über mehrere Ablesungen.

Bleibt eine Abweichung unklar, sollten zunächst Referenzzeit, Zeitspanne und Trageverhalten nachvollziehbar sein. Ein auffälliges Ergebnis ist eine Beobachtung, noch keine sichere Erklärung seiner Ursache. Eine pauschale Ferndiagnose aus einer einzelnen Zahl wäre hier nicht begründet.

Aufziehen und die Laufzeit nachvollziehbar prüfen

Für den Handaufzug nennt Seiko langsames Drehen der Krone im Uhrzeigersinn. Die Angabe von ungefähr 70 Stunden bezieht sich auf Vollaufzug. [2] Dass der Sekundenzeiger wieder läuft, dokumentiert für sich allein noch nicht die Startbedingung eines Laufzeittests.

Der Leitfaden Automatikuhr aufziehen hilft bei der Einordnung von Handaufzug und Tragebewegung. Bei einer konkreten Uhr muss die passende Anleitung auch erklären, ob und wie die Krone zuvor entriegelt wird.

Für eine eigene Prüfung werden Vorbereitung, Start und Stillstand notiert. Bewegung während der Messung und dadurch möglicher zusätzlicher Aufzug müssen erkennbar bleiben. Gangreserve messen beschreibt das Verfahren. Eine nur ungefähr bekannte Tragedauer sollte nicht nachträglich als nachgewiesener Vollaufzug bezeichnet werden.

Datum einstellen und Sekundenstopp verwenden

Beim 6R35 wird das Datum in der ersten Raststellung gegen den Uhrzeigersinn korrigiert. Die zweite Raststellung dient der Zeiteinstellung und stoppt den Sekundenzeiger. Zwischen 21:00 und 01:00 Uhr soll das Datum nicht schnell korrigiert werden. Gemeint ist die Zeitstellung der Uhr. [3]

Vor dem Korrigieren müssen Kronenstellung und Vor-/Nachmittag klar sein. Die Hinweise unter Datum einstellen ergänzen die passende Uhrenanleitung. Der Sekundenstopp erleichtert das Synchronisieren; er ist kein Beleg für die Genauigkeit während des anschließenden Tragens.

Konkrete Referenz statt pauschaler Serienzuordnung

Beispiel auf der Seiko-SonderseiteKaliberzuordnungDortiger Bereich
SPB165J16R35Sharp Edged Series – Date Display
SPB167J16R35Sharp Edged Series – Date Display
SPB217J16R64Sharp Edged Series – GMT
Quelle [4]. Beispiele aus der Herstellerdarstellung, keine Bestands- oder Verfügbarkeitsauskunft.

Die gemeinsame Serienbezeichnung reicht also nicht zur Kaliberbestimmung. Für Herkunft und Werkzuordnung sollte die vollständige Modellreferenz mit einer passenden Quelle verknüpft werden. Ein ähnlich aussehendes Zifferblatt oder ein allgemeiner Händlertext ersetzt diesen Abgleich nicht.

Die hier verwendeten Bedienquellen liefern außerdem keine vollständige Einbaudokumentation. Bei einem Uhrwerktausch müssen Werk, Gehäuse, Welle, Zifferblatt und Zeiger als konkrete Kombination geprüft werden. Dieses Profil behauptet keine Austauschbarkeit mit NH-, NE- oder anderen 6R-Kalibern.

Für eine spätere Rückfrage an die Werkstatt ist eine kleine, saubere Datensammlung oft hilfreicher als eine Sammlung unbeschrifteter Screenshots. Das Uhren-Prüfprotokoll ergänzt die folgende Vorlage.

Leere Vorlage für die eigene Dokumentation

Nur belegte Angaben eintragen. Unbekannte Werte bleiben offen; Herstellerwerte und eigene Beobachtungen gehören in getrennte Felder.

1. Uhr / vollständige Referenz / Beleg für Kaliber 6R35: [eintragen]
2. Passende Herstelleranleitung / URL / Abrufdatum: [eintragen]
3. Aufzug / Startzeit / Tragen oder ruhende Prüfung: [eintragen]
4. Referenzzeit / Ablesezeitpunkte / Gerät und Lage: [eintragen]
5. Eigene Ergebnisse mit Einheit / passende Herstellerbedingung: [getrennt eintragen]
6. Unklare Zuordnung / abweichende Bedingungen / Werkstattfrage: [eintragen]

English summary

The Seiko 6R35 profile distinguishes manufacturer specifications from an individual watch test. The stated daily rate has wearing and temperature conditions, while the running-time figure assumes full winding. Use the exact watch reference and its instructions. No sample was tested and no interchangeability is claimed.

Quellen und Transparenz

[1] Seiko: Specifications, 6R31 / 6R35 / 6R38. Kaliberbezogene Funktionen, Gangangabe und zugehörige Bedingungen.

[2] Seiko: How to wind the mainspring. Handaufzug und Laufzeit nach Vollaufzug.

[3] Seiko: How to set the time and date (6R35). Kronenstellungen, Sekundenstopp und Datumskorrektur.

[4] Seiko: Presage Sharp Edged Series. Herstellerzuordnung konkreter Referenzen zu 6R35 beziehungsweise 6R64.

Redaktioneller Stand: 20. Oktober 2026. Alle Quellen wurden am 20. Oktober 2026 abgerufen. Drei Kapitel derselben Seiko-Anleitung und eine Seiko-Serienseite sind keine vier unabhängigen Tests. Die Prüffragen sind redaktionelle Einordnungen; eine eigene technische Untersuchung fand nicht statt.

Hinweis zum heutigen Betreiber: Diese Website ist kein offizieller Auftritt des früheren Goldgena-Projekts oder von CODE41. Der heutige Betreiber ist im Handel mit VSF-Replikauhren tätig und mit vsf-kaliber.de verbunden. Die Quellen sind keine Empfehlung dieses heutigen Geschäfts.